Freitag, 31. Mai 2013

Rezension "Die Schwere des Lichts" von Patti Callahan Henry

Schwer ohne Grund

 
Patti Callahan Henry
Die Schwere des Lichts
Taschenbuch
Aufbau Verlag
313 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-7466-2955-1
9,99 EUR


Der Weg zu mir: Ein richtig schönes, zauberhaftes Cover – da wollte ich nur zu gerne auch den Inhalt kennenlernen und habe mich für die Teilnahme an der LovelyBooks-Leserunde beworben. Herzlichen Dank an den Aufbau Verlag und an LovelyBooks für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Der erste Satz: „Es gibt wunderbare und schreckliche Momente im Leben einer Frau.“

Das Äußere: Das Cover hätte mich mich sicher sofort veranlasst, das Buch in die Hand zu nehmen, denn es zeigt eine Frau, die an einem Strand hockt und wie in Gedanken versunken ihre Hand in das ruhige Wasser hält. Ein schönes, verträumtes Bild!

Das Innere: Ellie hat gerade ihre Mutter verloren. Hinzu kommt, dass ihr ihre große Jugendliebe Hutch ihr ausgerechnet auf der Trauerfeier wieder begegnet. Lange Zeit hat sie versucht ihr Leben zwischen dem immer weniger geliebten Ehemann Rusty und den Anforderungen ihrer Umgebung möglichst auszupendeln – nun gelingt ihr das nicht mehr, denn das Tagebuch ihrer Mutter fördert Dinge zutage, denen Ellie auf den Grund gehen muss. Ihren Weg in die Geheimnisse der Vergangenheit – und damit ihrer eigenen Zukunft – darf der Leser in diesem Buch verfolgen.

Das Wesentliche: Der Einstieg in Patti Callahan Henrys Roman gelingt mühelos, denn der Leser wird umgehend mit der Situation konfrontiert, der sich auch Ellie, die Hauptprotagonistin des Romans, gegenübersieht: Ellies Mutter ist plötzlich und unerwartet verstorben. Ellie muss zahlreiche Dinge organisieren - denn ihre Mutter war als Organisatorin verschiedener Ausstellungen eine Frau des öffentlichen Lebens. Aber auch Ellies Familie, Vater, Tochter und Ehemann, scheinen Ellie mit ihren Anforderungen mehr und mehr den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Ellies eigene Trauer kommt dabei zu kurz, so dass nur verständlich ist, dass sich Ellie nach dem unerwarteten Tagebuch-Fund erst einmal zurückziehen möchte.

Augenscheinlich hat Ellies Mutter ein großes Geheimnis in ihrer Jugend gehabt – eine Jugendliebe! Einmal im Jahr hat sie ihre Gefühle ihrem Tagebuch anvertraut, ohne den Namen des jungen Mannes zu verraten, so dass Ellie nun die Chance hat, mit Hilfe dieses Tagebuchs auch ihrer Mutter ein Stückchen näher zu kommen. Dieses Bedürfnis ruht auch daher, dass Ellies Mutter zu Lebzeiten eine distanzierte, immer korrekte Frau war, die sich nie zu unerwarteten Gefühlen hätte hinreißen lassen.

So weit, so gut. Als Leserin darf man nun auch Ellie auf ihrem Weg dahin begleiten, die Vergangenheit ihrer Mutter zu ergründen. Da dieser Weg Ellie auch nach Bayside in Alabama führt, wo die Jugendfreundin ihrer Mutter – Birdie – heute noch lebt, kommt auch äußerlich Bewegung in die Handlung, was dem Buch in meinen Augen sehr gut tut. Gerade die Stellen, an denen Ellie auf Jugendfreunde ihrer Mutter stößt, ihre Wege nachzeichnet, und Hintergründe aufdeckt, haben mir gut gefallen.

War mir nicht so gut gefallen hat, war die Tatsache, dass sich Ellie ihr Leben so unglaublich schwer macht. So war mir z. B. absolut nicht klar, wieso die sympathische Ellie sich von ihrem Mann Rusty so extrem gängeln lässt, denn in meinen Augen hätte sie nicht die Notwendigkeit, in einer Beziehung zu verbleiben, in der ihr ohnehin die Liebe abhanden gekommen ist. Ihre Tochter ist bereits groß und studiert in einer anderen Stadt. Welche Verpflichtungen Ellie sonst tatsächlich an ihr bisheriges Leben binden, habe ich nicht so recht verstanden. So fiel es mir auch schwer, ihre Reise in die Jugendzeit ihrer Mutter als wirklichen Aufbruch zu verstehen.

Der Fokus lag mir etwas zu sehr auf der Ergründung der Vergangenheit von Ellies Mutter und zu wenig auf Ellies eigenem Weg. Die Aufarbeitung Ellies eigener Vergangenheit, der Beziehung zu ihrem ehemaligen Jugendfreund Hutch – hätte durchaus mehr Raum bekommen können. Dennoch hat mir der Roman erzählerisch gut gefallen, der Schreibstil ermöglicht ein flüssiges Leseerlebnis.

Einige durch ihre Eigenschaften herausstechende Nebencharaktere würzen den Roman darüber hinaus mit zusätzlichen Sympathieträgern. So hat mir z. B. Birdie, die Jugendfreundin von Ellies Mutter, wegen ihrer bedachten und besonnenen Art und ihrer bedingungslosen Treue der alten Freundin gegenüber besonders gut gefallen.  

Das Fazit: Ein ruhiges Buch, das den Leser den Weg einer Frau auf dem Weg zu ihrer eigenen Mitte erleben lässt. An einigen Stellen ohne den Tiefgang, den ich erwartet hätte, dennoch gut und flüssig zu lesen. In meinen Augen mit drei Leselöwen ein klarer „Mittelfeldspieler“.

Die Bewertung: 

Donnerstag, 30. Mai 2013

Der Mausemonat 2013-04

Hallo ihr Lieben,

oh je, jetzt ist doch schon der Montag Mai fast herum. Da muss ich doch noch schnell meine Statistik des Monats April nachliefern, was ich fast vergessen hätte:


In Zahlen:

BÜCHER 

9 gelesene Bücher 
3.309 Seiten 
= durchschnittlich 309 Seiten/Buch
= durchschnittlich 110 Seiten/Tag

Es war ein toller Monat, mein bester bisher in diesem Jahr. So viele Seiten habe ich lange nicht mehr verschlungen. Und zwei Bücher vom Alt-SUB waren sogar auch dabei! Sogar die SUB-Abbau-Challenge habe ich im April erstmals geschafft.

CHALLENGES

  • Auf die hohe Kante: 33,50 € gespart
  • Debutautoren Challenge: 2 gelesen und rezensiert
  • Deutschsprachige Autoren: 8 gelesen + rezensiert
  • Monikas SUB-Abbau: Status noch nicht geprüft
  • SUB-Abbau 2011 und älter: 6 von 30
  • SUB-Abbau 2013: Status noch nicht geprüft
  • SUB-Abbau extrem: bestanden (- 3 Bücher = 189 Bücher)
  • Wälzer: 3 von 10 Bücher gelesen

Liebe Grüße
Eure LeseMaus

Mittwoch, 22. Mai 2013

Rezension "Niceville" von Carsten Stroud

Übersinnlichkeit, dunkel und verwirrend

 

Carsten Stroud
Niceville
Dumont-Verlag
Taschenbuch
512 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-8321-6212-2
9,99 EUR




Der Weg zu mir: Nachdem ich letztes Jahr vergeblich versucht habe, an der Leserunde für die Hardcover-Ausgabe bei LovelyBooks teilzunehmen, habe ich es dieses Mal bei der Taschenbuch-Runde versucht - und ich habe Glück gehabt! Herzlichen Dank an den Dumont Verlag und an LovelyBooks für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Der erste Satz: "Die Polizei von Niceville brauchte nicht einmal eine Stunde, um die Person zu finden, die den Jungen zuletzt gesehen hatte: Alf Pennington."

Das Äußere: Das Cover ist ungewöhnlich düster und zeigt ein von Schatten unterlegtes männliches Gesicht. Die abgebildete Person hat eine Zigarre zwischen die Lippen geklemmt, ihre Augen kann man gar nicht erkennen. Es sieht so aus, als würde man als Leser von einem Unbekannten insgeheim beobachtet. Gruselig! Sehr schön gemacht ist aber der Buchschnitt - hier sieht man schemenhafte Vögel aus einem schwarzen Untergrund aufsteigen. Eine gute Idee, zumal das Motiv der Vögel - es sind Krähen - auch mehrfach im Buch vorkommt. Allerdings hat der dunkle Buchschnitt bei mir das Bedürfnis ausgelöst, mir öfter mal beim Lesen die Hände zu waschen, was bestimmt nicht im Sinne des Erfinders war.

Das Innere: In Niceville geschehen mysteriöse Dinge. Ein Junge verschwindet und wird in einer alten Gruft wiedergefunden. Seine Eltern verschwinden ebenso. Während Nick Kavanaugh als Ermittler versucht, Licht ins Dunkle zu bringen, überfallen Merle Zane und Charlie Danziger eine Bank und fliehen vor der Polizei. Von hier aus liefert der Roman in rasantem Tempo dem Leser eine ungewöhnliche Story mit zahlreichen falschen Fährten. Welche Rolle dabei "die Familien" spielen, die von den Geschehnissen ebenfalls nicht unbehelligt bleiben, und wie Nicks Frau Kate damit zusammenhängt, das und vieles mehr sollte jeder selbst herausfinden, der sich in das Buch hinein traut...

Das Wesentliche: Mir hat es dieses Buch ehrlich nicht leicht gemacht. Schon zu Beginn fand ich nicht so recht den Einstieg in ein fesselndes Leseerlebnis. Das hat mich ganz besonders überrascht, denn ich bin sonst für Bücher dieser Art und dieses Inhalts sehr zu haben. Gebt mir ein Buch mit übersinnlichen Themen, und ich bin dabei! Hier aber nicht, und ich kann noch nicht einmal genau erklären, woran es lag, dass ich keinen Zugang zum Buch fand.

Die von Carsten Stroud geschaffene Atmosphäre ist sehr ungewöhnlich und auch faszinierend. Ich hatte ständig das Gefühl, auf irgendwelchen staubigen, vor Hitze flirrenden amerikanischen Straßen unterwegs zu sein, fern von allen Freunden. So ein Gefühl im Leser auszulösen ist in meinen Augen schon beachtlich. Dennoch habe ich mich im und mit dem Buch nicht wohl gefühlt.

Dazu hat sicher zum Teil beigetragen, dass ich mit den Protagonisten nicht recht warm wurde. Allein schon die auftauchenden Namen haben mir zu Schaffen gemacht. Ich konnte die auftretenden Personen einfach nicht auseinander halten. Da gab es z. B. Yaztremski, Dale Jonquil oder Twyla Littlebasket, um nur einige der Namen zu nennen.

Aber auch zu den Hauptprotagonisten konnte ich nur zwiespältige Beziehungen aufbauen. Kate und ihr Mann Nick haben es als Hauptprotagonisten des Romans nicht einfach gehabt, in den Vordergrund zu treten. In meinen Augen wurden sie öfter von den Geschehnissen überrollt und haben gar keine Zeit gehabt, sich selbst damit auseinander zu setzen. So rutschen beide selbst in die übersinnliche Atmosphäre hinein, ohne dies überhaupt in Frage zu stellen. Das erschien mir einfach nicht realistisch genug - und deswegen konnte ich Kate und Nick auch nicht wirklich ernst nehmen.

Es tut mir fast leid, dass ich so wenig Gutes über das Buch zu berichten habe. Die Story als solche ist so angelegt, dass diese jeden faszinieren sollte, der im Ansatz Interesse für ungewöhnliche Geschichten hat - bei mir ist jedoch leider nur ein Bruchteil dieser Absicht des Autors angekommen. Meistens hatte ich vollauf damit zu tun, den verschiedenen Handlungsfäden zu folgen, um selbst eine Lösung für die zahlreichen offenen Fragen zu finden. Mich wie in jedem anderen Kriminalroman bereitwillig in die Hände des Ermittlers zu begeben und ihm auf seinem Weg zu folgen kam für mich hier wohl nicht in Frage. Dafür war mir der Plot zu mysteriös - und ich selbst vielleicht zu nah dran am ungewöhnlichen Geschehen. Da musste ich mich wohl selbst in Sicherheit bringen.

Dennoch kann ich mir vorstellen, die im Herbst erscheinende Fortsetzung "Die Rückkehr" zur Hand zur nehmen, damit ich mit einigen der hier noch offen gebliebenen Fäden die Chance habe, doch noch ein rundes Bild zu knüpfen.

Das Fazit: In meinen Augen keine leichte Kost - dieses Buch sollte dennoch theoretisch mögen, wer sich gerne mit übersinnlichen und geisterhaften Geschichten beschäftigt. Eine Garantie würde ich hierfür aber nicht übernehmen, denn der Leser muss sich auf Einiges einlassen.

Die Bewertung: 



Sonntag, 19. Mai 2013

Neuzugänge 2013-05 (Mayersche Taschenbuchtage bewältigt)

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch den ersten Teil meiner Neuzugänge im Mai zeigen. Ihr könnt stolz auf mich sein: ich habe nur 2 (in Worten: ZWEI) Bücher während der Taschenbuchtage der Mayerschen gekauft. Tatsächlich habe ich nach der Arbeit am Freitag noch die Mayersche durchstöbert und hätte sicher auf Anhieb acht oder zehn Bücher einpacken können - habe ich aber nicht! Mir haben die zwei Bücher gereicht, die ich ein paar Tage zuvor hier bei mir daheim gekauft habe. Sogar die beiden Bücher, die auf meiner Wunschliste standen, habe ich stehen gelassen.

Kann sein, dass hier mein sogenanntes "Declutter-" bzw. Aufräum-Projekt langsam Früchte trägt. Das habe ich begonnen, nachdem Kurt und ich einige Videos amerikanischer Aufräum-Experten auf Youtube gesehen habe. Wenn ihr mögt, kann ich euch meine Favoriten-Videos gerne mal auflisten!

Hier aber erst einmal die beiden Bücher - Kurt redet mir zwar ständig ins Gewissen, wenn ich mir neue Bücher kaufen möchte, auf die Fotos möchte er aber trotzdem immer mit drauf:



  • "Du bist zu schnell" von Zoran Drvenkar aus dem Ullstein-Verlag wäre mein drittes Buch des Autors nach "Sorry" und "Der letzte Engel". Ich bin sehr gespannt, mag ich doch seinen Schreibstil enorm gerne.
  • "The Law of Attraction" von Esther und Jerry Hicks, ebenfalls aus dem Ullstein-Verlag gehört eher in die esoterische Ecke, geht es doch hier um das sogenannte "Gesetz der Anziehung". Mal sehen, wie die beiden Autoren das Thema der "Kosmischen Wunscherfüllung" angehen. 
Natürlich komme ich mit nur zwei neuen Büchern in diesem Monat nicht aus - deswegen habe ich drei Bücher getauscht, von denen eines noch auf dem Postweg ist. Wenn auch das letzte Buch wohlbehalten bei mir eingetroffen ist, werde ich euch auch diese Neuzugänge zeigen.

Als nächstes werde ich aber erst meine Rezension zu "Niceville" von Carsten Strout hochladen - das Buch hat mir ziemlich Mühe gemacht, ebenso wie das Erstellen meiner Rezension. Ihr werdet sehen warum.

Liebe Grüße

Eure LeseMaus



Donnerstag, 2. Mai 2013

Rezension "Das Nebelhaus" von Eric Berg

Kriminalistisches Bravourstück in rauer Umgebung



Eric Berg
Das Nebelhaus
Taschenbuch
416 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-8090-2515-5
14,99 EUR



Der Weg zu mir: Dieses Buch habe ich für eine Leserunde bei LovelyBooks erhalten. Mich hat es gereizt, in Erfahrung zu bringen, welcher Autor hier wohl unter Pseudonym schreiben mag. Doch dazu später mehr - zunächst erst einmal herzlichen Dank an den Limes Verlag und an LovelyBooks - und natürlich auch an Eric Berg für die Begleitung der Leserunde.

Der erste Satz: Drei Tote und ein Komapatient, das war die Bilanz der "Blutnacht von Hiddensee", die die Ostseeinsel zwei Jahre zuvor erschüttert hatte.

Das Äußere: Eine urwüchsige Dünenlandschaft, ein Haus am Ende eines schmalen Pfades, das ist schon mal ein tolles Motiv für die Umgebung, in der der Roman vorrangig spielt: die Ostseeinsel Hiddensee.

Das Innere: Als sich vor zwei Jahren eine Gruppe alter Freunde das erste Mal wiedergesehen hat, konnte niemand vorausahnen, was geschehen würde. Das Ergebnis des Wiedersehens: ein Blutbad, bei dem mehrere Personen zu Tode gekommen sind. Nun versucht die Journalistin Doro Kagel für ihren Artikel der Sache auf den Grund zu gehen. Ihre Recherche wühlt mehr auf, als zu erwarten war - und ein kriminalistisches Bravourstück beginnt.

Das Wesentliche: Doro Kagel, eine Journalistin von etwas über 40, hat sich in ihrem Leben und mit ihrer Arbeit eingerichtet. Dass ihr Leben deswegen auch etwas zu gleichförmig verläuft, blendet sie meistens aus. Bis der Fall "Blutnacht von Hiddensee" dazu führt, dass sie ihre gewohnten Pfade verlässt und sowohl auf professioneller als auch auf emotionaler Ebene ihre eigenen Grenzen überschreitet. Als sie Yim begegnet, einem der Beteiligten des damaligen Kriminalfalls, lässt sie sich auf mehr ein, als sie selbst von sich erwartet hätte. Doro war mir als Protagonistin durchgängig sympathisch, nicht zuletzt, da sie ihre Recherchen mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl vorangetrieben hat.

Regelmäßig wechselt die Erzählperspektive von Doro Kagel - hier in der Ich-Form geschrieben - zu den Geschehnissen in der Vergangenheit. Immer, wenn es gerade unglaublich spannend wird, muss man die Szenerie jedoch wieder verlassen. Das war für mich als Leserin nahezu unerträglich, ich habe jeweils förmlich aufgeschrien, wenn ich die Szene wieder verlassen musste. Glücklicherweise wurde dies abgemildert durch eine recht faszinierende Erzählweise: die Situation, die man gerade verlassen hat, wird nämlich in der jeweils anderen Zeitschiene wieder aufgegriffen. So hatte ich kontinuierlich einen roten Faden in der Handlung, der diese Überleitungen einfacher gemacht hat.

Die Geschehnisse in der Vergangenheit drehen sich um die Jugendfreunde Timo, Philipp, Yasmin und Leonie. Sie haben sich lange aus den Augen verloren und sehen sich erstmals auf Hiddensee wieder. Jeder der Beteiligten hat natürlich seit der Jugendzeit ganz verschiedene Erfahrungen gemacht, und so treffen Charaktere aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch nach und nach deckt Eric Berg mit die Geheimnisse eines jeden ganz erbarmungslos auf - und dies macht er so geschickt, dass bis fast ganz zum Schluss nicht klar ist, wer denn nun eigentlich am Ende ums Leben gekommen ist und wer das furchtbare Verbrechen begangen hat.

Die Insel Hiddensee - und das sogenannte Nebelhaus, die Heimat von Philipp, Vev und deren gemeinsamer Tochter Clarissa - passen unglaublich gut zu der beklemmenden Handlung. Die raue, immer überraschende, aber vielfältige Natur auf der Insel spiegelt sich in den Charakteren wieder, die manches Mal ebenso zerrissen wirken. Ein gut ausgewählter Schauplatz!

Eric Berg ist übrigens das Pseudonym von Eric Walz, der als Autor historischer Romane bekannt ist. Er hat für diesen Roman ein Pseudonym gewählt, um auch hier den Genrewechsel deutlich zu machen. Ich habe bislang noch keinen seiner zahlreichen historischen Romane gelesen, werde das aber bei nächster Gelegenheit nachholen.

Das Fazit: Ein grandios spannender Kriminalroman, der bis zum Ende Überraschungen birgt. Ein echtes Highlight, das ich jedem uneingeschränkt ans Herz legen kann - so einen genial konstruierten Plot habe ich lange nicht mehr gelesen. Volle Löwenzahl für dieses Buch!

Die Bewertung: