Dienstag, 30. April 2013

Blogger schenken Lesefreude - der Gewinner

Hallo Leute, so, dann wollen wir mal die Fruit Machine anwerfen. Es gab 52 Teilnehmer - leider können davon drei nicht in die Lostrommel hüpfen, weil der Kommentar nur anonym eingegeben wurde und ich so keine Möglichkeit hätte, im Falle eines Gewinns zu benachrichtigen. Alle, die anstelle der E-Mail-Adresse ihr Blogger-Profil, ihre Homepage oder ihren LovelyBooks-Account angegeben haben, zählen natürlich. So, und hier das Ergebnis:

(c) www.classtools.net

Die Gewinnerin ist: Chimiko von Chimikos kleine Bücherwelt.

(c) Bastei Lübbe
Herzlichen Glückwunsch und viel Freude an Jodi Picoult's "Ein Lied für meine Tochter".

An alle Nicht-Gewinner direkt ein kleiner Hinweis: im Laufe dieses Gewinnspiels ist meine Leserzahl auf über 200 angewachsen - riesig!!! Wie gut, dass ich da schon etwas vorbereitet habe, um dies gebührend zu feiern. Wer also jetzt noch nicht gewonnen hat, kann gerne in Kürze erneut sein Glück versuchen.

Jetzt mache ich auch erst einmal eine kleine Blogrunde und schaue, ob ich vielleicht auch irgendwo das große Los gezogen habe.

Alles Liebe und einen schönen Feiertag morgen.

Eure LeseMaus


Dienstag, 23. April 2013

Blogger schenken Lesefreude - mein Beitrag zum Welttag des Buches 2013

Endlich, endlich ist es so weit! Die Aktion "Blogger schenken Lesefreude", die tolle Aktion von Christina und Dagmar zum Welttag des Buches kann starten.



Und darum geht es:

Am heutigen Welttag des Buches, 23. April 2013, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen entsprechenden Beitrag auf ihrem Blog, in dem sie ein Buch verlosen. Und hier ist mein Beitrag dazu.

(c) Bastei Lübbe
Bei mir könnt ihr "Ein Lied für meine Tochter" von Jodi Picoult gewinnen. Ich habe mich dafür entschieden das Buch einer meiner Lieblingsautorinnen zu wählen, das ich selbst zuletzt gelesen habe.

Wenn euch interessiert, wie ich selbst das Buch fand, könnt ihr gerne in meine Rezension hineinschauen: *klick*

Natürlich erhält der Gewinner ein noch original eingeschweißtes, ungelesenes Hardcover-Buch!




Hier in aller Kürze nur die notwendigsten Regeln:

  • Hinterlasst mir bitte bis zum 29. April 2013 einen Kommentar hier unter dem Gewinnspiel. Gebt bitte eine gültige E-Mail-Adresse in dem entsprechenden Eingabefeld an, damit ich euch auf diesem Weg über den etwaigen Gewinn informieren kann.
  • Zur Teilnahme solltet ihr 18 Jahre alt sein und in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Ausgelost wird mittels Zufallsgenerator am 30. April 2013.

Ich bin nur allzu gerne "ein Botschafter in Sachen Lesefreude", und freue mich schon auf viele, viele Kommentare. Ich kann euch "mein" Buch nur ans Herz legen, und wünsche euch viel Glück!

Liebe Grüße

Eure
LeseMaus

Mittwoch, 17. April 2013

Rezension "Im Land der weiten Fjorde" von Christine Kabus

Berührende Familienbegegnungen


 
Christine Kabus
Im Land der weiten Fjorde
Taschenbuch
590 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-404-16758-6
9,99 EUR

 

Der Weg zu mir: Ich wollte endlich mal wieder einen sogenannten „Familiengeheimnis-Roman“ lesen – daher habe ich mich für die Teilnahme an der LovelyBooks-Leserunde beworben. Christine Kabus hat die Leserunde selbst begleitet, daher vielen Dank an sie und an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des schönen Testlesebuchs.

Der erste Satz: „Du darfst die Augen jetzt aufmachen.“

Das Äußere: Der Wälzer „Im Land der weiten Fjorde“ hat ein unheimlich schönes Cover. Man sieht einen norwegischen Fjord – passenderweise – und ein Pferd im Vordergrund grasen. Beide Themen finden sich auch im Inhalt des Romans wieder, und das Cover stimmt darauf optimal ein. Die Qualität der Bindung kann ich definitiv auch noch loben, denn trotz der Dicke des Buches sieht es nach meinem einmaligen Lesen noch aus wie neu.

Das Innere: Mari und Lisa – zwei Frauen auf dem Weg zu ihrer Bestimmung. Mari ist eine junge Frau, die sich auf dem Hof ihres Vaters im norwegischen Nordfjordeid um die Pferde kümmert und die Besatzungszeit Norwegens durch deutsche Soldaten während des 2. Weltkriegs miterlebt. Lisa lebt im Jetzt – beruflich erfolgreich, liiert mit einem ebenso erfolgreichen, gutaussehenden jungen Mann. Doch ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als sie nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass diese ein Adoptivkind war. Lisa macht sich auf die Suche nach ihrer wahren Herkunft – und stößt in Nordfjordeid auf unerwartete Erfahrungen, Freunde, Freude, aber auch Sorgen…

Das Wesentliche: Mari ist eine junge, erfrischende Protagonistin, deren Lebenslauf man nur allzu gern verfolgt. Als junges Mädchen muss sie erst noch ihren Platz im Leben finden – und findet diesen in Form der Liebe zu Joachim, einem jungen Deutschen, der in ihrer Heimat stationiert ist. 

Ich habe bisher wenig über die Besatzungszeit in Skandinavien gewusst und konnte mit Hilfe dieses Buches einen guten Eindruck erhalten, wie die damalige Situation aus Sicht der Norweger empfunden wurde. Die sachliche Seite dieses Themas dominiert die Geschichte aber nicht, denn es stehen immer die Menschen und ihre persönlichen Schicksale im Vordergrund.  

Lisa ist – passend zur Jetzt-Zeit – eine eher gestandene Persönlichkeit, die dennoch von der Mitteilung ihrer Mutter aus der Bahn geworfen wird. Nahezu Hals über Kopf begibt sie sich an den vermeintlichen Herkunftsort ihrer Mutter, nach Norwegen, und kommt dort genau an den gleichen Hof, auf dem auch Mari aufgewachsen ist. Dabei begegnet sie natürlich auch den inzwischen alt gewordenen Protagonisten aus Maris Zeit. Die Familienverflechtungen konnte ich mit Hilfe des Familienstammbaums auf den ersten Seiten des Romans dabei gut nachvollziehen. 

Es ist schön mitzuerleben, wie Lisa nach und nach in Nordfjordeid heimisch wird. Wie sehr sie für ihre voraussichtliche „neue Familie“ einsteht, als es zu Schwierigkeiten auf dem Pferdegestüt kommt, ist zwar aus meiner Sicht etwas unrealistisch, passt aber dennoch gut zur Geschichte und letztlich auch zu Lisas Persönlichkeit. 

Den Verlauf der Geschichte hat Christine Kabus übrigens wunderbar vielfältig und abwechslungsreich konstruiert. Dabei wechseln die Schilderungen von Kapitel zu Kapitel von Mari zu Lisa und wieder zurück. Der einzige Nachteil, den ich darin erkennen konnte, war, dass ich die jeweils im Fokus stehende Person und ihre Geschichte nach Abschluss eines Kapitels immer nur ungern wieder verlassen habe, weil ich mich so gut auf die jeweilige Handlung habe einlassen können. 

Für einen Debütroman – und dabei handelt es sich bei diesem Buch – ist die Handlung beachtlich gut ausgearbeitet. Zwischendurch lässt Christine Kabus immer wieder kleine Ausblicke auf den weiteren Verlauf einfließen, die mich stets neugierig darauf gemacht haben, wie es weitergehen wird. Der erzählerische Schreibstil und die gedanklichen Ausflüge in die herrliche norwegische Landschaft lassen die Zeit beim Lesen außerdem nur so verfliegen.

Das Fazit: Wer mal wieder so richtig in einer Familiengeschichte versinken möchte, dem kann ich „Im Land der weiten Fjorde“ von Christine Kabus ans Herz legen. Eine zwar geruhsame aber aufgrund ihrer Vielfältigkeit dennoch nie langweilige Geschichte erwartet den Leser. Ein schöner Schmöker für freie Nachmittage mit Keksen und Kaffee.

Die Bewertung: 


Sonntag, 7. April 2013

Rezension "Das GIMP 2.8 Buch" von Kay Richter

Klasse Einstieg auch für totale Anfänger in der Bildbearbeitung


Kay Richter
Broschiert
256 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-2-86899-857-3
17,90 EUR

Der Weg zu mir: Als es die Möglichkeit gab, sich für dieses Buch bei BloggdeinBuch zu bewerben, habe ich einfach die Gelegenheit ergriffen - schon unendlich lange wollte ich mich endlich einmal mit dem Thema Bildbearbeitung beschäftigen. Hier hat sich endlich die Gelegenheit geboten! Herzlichen Dank an BloggdeinBuch und an den O'Reilly Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Innere: Dieses Buch bietet einen Überblick über die Bildbearbeitungssoftware "GIMP". Einzelne Bearbeitungsschritte der Verbesserung und Bearbeitung digitaler Fotos werden nach und nach in zwölf Kapiteln erläutert und anhand von Beispielen transparent gemacht. Für den Leser besteht dabei die Möglichkeit, jedes einzelne Beispiel anhand herunterladbarer Musterbilder selbst nachzuvollziehen und so von der Theorie direkt in die Praxis zu wechseln.

Das Wesentliche: Ich bin ein absoluter Anfänger, wenn es um Bildbearbeitung geht. Und damit meine ich: ich bin ein blutiger Anfänger. Bisher kannte ich nur die Möglichkeit, die Ränder von Fotos zu beschneiden. Und erst vor kurzem hat mir eine Freundin erklärt, wie ich den Weißabgleich mit Hilfe des Microsoft Office Picture Managers mache, um die Fotos meiner Neuzugänge im Blog schöner aussehen zu lassen. Aber das war es dann auch schon! Jegliche Software, die bisher auf meinen Rechnern für Bildbearbeitung vorinstalliert war, habe ich links liegen lassen, und an Photoshop wage ich überhaupt nicht zu denken, ohne Schweißausbrüche zu bekommen.

Mit Hilfe dieses Buches habe ich gehofft, endlich den Einstieg in das für mich total schwierige Thema zu finden - und ich kann jetzt sagen, dass ich diesen Einstieg geschafft habe! Zunächst einmal war es notwendig, sich GIMP von einer Homepage herunterzuladen und zu installieren. Das funktionierte recht problemlos, denn jeder einzelne Schritt wurde erklärt. Einzig an der Stelle, an der ich die Dateitypen auswählen sollte, die in Zukunft automatisch mit GIMP geöffnet werden sollten, wusste ich nicht weiter und habe mit "gesundem Menschenverstand" ausgewählt. Man sollte in meinen Augen kein totaler Computer-Neuling sein, damit nicht schon die Erstinstallation von GIMP eine unüberwindbare Hürde ist. 

Danach ging es zunächst etwas theoretisch weiter, denn zunächst wurden die Werkzeuge der Bildbearbeitung erklärt. Ich als Laie wusste zu diesem Zeitpunkt aber nicht annähernd etwas damit anzufangen, weswegen ich diese Seiten erst einmal nur überschlagen habe. Spannend wurde es für mich dann erst ab Seite 53: hier konnte es endlich praktisch losgehen! So hatte ich im Laufe der ersten sieben Kapitel, die ich bis heute bereits durchgearbeitet habe, einige Aha-Erlebnisse.

Hierzu ein paar Beispiele: GIMP arbeitet mit dem sogenannten "RGB-Modell". Das funktioniert so ähnlich wie der Farbkreis, den ich aus dem Kunst-Unterricht noch kannte. Es gibt die Möglichkeit, bei der Bildbearbeitung zwischen verschiedenen Farbtönen zu wählen, die sich in diesem RGB-Modell genau gegenüber liegen. Wenn man also weniger Grün im Bild will, muss man mehr Magenta hinzufügen und andersherum - super, das war schon mal einleuchtend. Auch die Möglichkeit, einen grauen Himmel mit Hilfe der "Ebenen" blauer zu machen, fand ich genial. Außerdem habe ich gelernt, wie man den Hintergrund eines Fotos unschärfer macht, wenn man z. B. eine Person vor einer Landschaft fotografiert hat - ebenfalls richtig toll.

Was das Buch für mich so gut nachvollziehbar gemacht hat, war die Möglichkeit, jede einzelne der vorgestellten Funktionen mit den Original-Fotos nachzustellen. Tatsächlich die Erfolge zu sehen, die alleine mit Hilfe ein paar kleiner Klicks erzielt werden können, hat mich enorm beeindruckt. Ich freue mich schon auf die weiteren Themen, die ich mir als nächstes noch erarbeiten werde, z. B. Portraitaufnahmen schöner zu machen oder schiefe Aufnahmen geradezurücken. Das grenzt für mich noch immer an Zauberei, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das mit Hilfe des Buches schon schaffen werde ;-)

Ich habe festgestellt, dass man sich einfach mal trauen muss, den ersten Schritt in die Bildbearbeitung zu wagen - und mit Hilfe des vorliegenden Buches ist das auch gar kein Thema mit sieben Siegeln mehr. Sicherlich ist es dem geringen Umfang des Buches geschuldet, dass nicht jede einzelne Funktion bis ins letzte Detail erklärt wird. Für den Einstieg und für die wesentlichsten Schritte reicht es aber allemal aus - und wer danach noch mehr will, kann sich ja immer noch ein Buch für Fortgeschrittene anschaffen.

Es ist aber auch so, dass an einigen Stellen Themen erklärt werden, die sich in meinen Augen nicht für Anfänger eignen - zum Beispiel die Bearbeitung von RAW- anstatt JPG-Dateien oder das Herunterladen weiterer Filter von der GIMP-Homepage, um diese nachträglich zur Software auf dem eigenen Rechner hinzuzufügen. Da das Buch aber nicht explizit nur für Anfänger in der Bildbearbeitung ausgelobt wurde, sondern die Bildbearbeitung mit GIMP an sich erklärt, habe ich über diese Bereiche einfach schnell hinweggelesen - vielleicht kehre ich an diese Stellen zurück, wenn ich etwas versierter in Sachen Bildbearbeitung geworden bin. Ich freue mich jetzt auf jeden Fall schon darauf, mir auch den Rest des Buches weiter zu erarbeiten und das Ganze an meinen eigenen Fotos auszuprobieren.

Das Fazit: Als absoluter Anfänger in Sachen Fotobearbeitung kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der mit Hilfe einer kostenlosen Software wie GIMP die ersten Schritte in die faszinierende Welt der Bildretusche und darüber hinaus gehen möchte. Es ist auch dafür geeignet, einzelne Funktionen kurz nachzuschlagen, wenn man eine bestimmte Aufgabe der Bildbearbeitung lösen möchte. Leser, die jedoch Angst davor haben, einfach mal ein paar Knöpfe in einem Softwareprogramm zu drücken und Dinge auszuprobieren, sollten aus meiner Sicht aber vielleicht lieber zu einem anderen Buch greifen.

Die Bewertung: 


Freitag, 5. April 2013

Der Mausemonat 2013-03

Hallo ihr Lieben,

hier meine Statistik des Monats März - und dieses Mal habe ich ein neues Layout des LibraryThing Widgets ausprobiert:


In Zahlen:

BÜCHER 

7 gelesene Bücher 
2.749 Seiten 
= durchschnittlich 393 Seiten/Buch
= durchschnittlich 89 Seiten/Tag

Ich habe in diesem Monat nur vier und fünf Sterne vergeben - so gut haben mir die gelesenen Bücher schon lange nicht mehr gefallen!

CHALLENGES

  • Auf die hohe Kante: 22,00 € gespart
  • Debutautoren Challenge: 1 bereits gelesen, aber erst im neuen Monat rezensiert - zählt also erst beim nächsten Mal!
  • Deutschsprachige Autoren: 6 gelesen + rezensiert
  • Monikas SUB-Abbau: 38 Punkte
  • SUB-Abbau 2011 und älter: 4 von 30
  • SUB-Abbau 2013: 6 von 30 Lesekategorien erfüllt
  • SUB-Abbau extrem: nicht bestanden (+ 7 Bücher = 192 Bücher)
  • Wälzer: 2 von 10 Bücher gelesen


Liebe Grüße
Eure LeseMaus

Donnerstag, 4. April 2013

Rezension „Pandämonium – Die letzte Gefahr“ von Alexander Odin


Beklemmende Endzeit-Theorie

Alexander Odin
Pandämonium – Die letzte Gefahr
Bastei Lübbe
Taschenbuch
413 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-404-16741-8
8,99 EUR



Der Weg zu mir: Pandämonium ist für eine LovelyBooks-Leserunde zu mir gelangt. Glücklicherweise, muss ich sagen, denn das Thema Endzeitthriller „Made in Germany“ hat nicht zu viel versprochen. Vielen Dank also an Bastei Lübbe und auch an Alexander Odin für die Begleitung der Runde.

Der erste Satz: „Gestern warst du noch ein Vater von zwei hübschen Töchtern und bist jeden Sonntag mit deiner Familie in die Kirche gegangen.“

Das Äußere: Endzeit „Made in Germany“ – das sieht man schon auf den ersten Blick am eindrucksvollen Cover. Im Hintergrund die Skyline von Berlin, schiefe Strommasten entlang der Straße und im Vordergrund ein Auto, das auf dem Dach liegt. Eine junge Frau bewegt sich in diese gruselige Szenerie hinein – vermutlich die 16-jährige Naomi, eine der Hauptfiguren des Romans. Das Cover hat bei mir sofort erste Assoziationen zum Inhalt geweckt.

Das Innere: In einer Berliner Plattenbau-Siedlung ereignet sich Furchtbares. Naomi, die 16-jährige Hauptprotagonistin, bekommt hautnah mit, wie ihre Nachbarin Johanna Wedekind scheinbar grundlos von einer Krankheit befallen wird und im Zoo die Tiere anfällt. Doch die Nachbarin bleibt nicht das einzige Opfer.  Dennoch wird zunächst der Plattenbau unter Quarantäne gestellt – völlig unabhängig davon, wer sich gerade darin und wer sich außerhalb befindet. Mit ihrem todkranken Nachbarn Sigmund Witter verschanzt sie sich vor den drohenden Gefahren – nicht ahnend, dass das Virus Ihnen bereits sehr nah gekommen ist…

Das Wesentliche:  Was für eine Vorstellung – ein todbringendes Virus breitet sich in Berlin aus! Mit dieser Idee spielt Alexander Odin in seinem Debutroman. Dabei geht er über die reinen Fakten hinaus und bringt auch übersinnliche Elemente ins Spiel - doch dazu später mehr.

Zunächst ein kurzer Blick auf die Protagonisten dieses Romans. Im von der Außenwelt abgeschotteten Berliner Plattenbau finden sich ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zu einer Art Zwangsgemeinschaft zusammen: Da ist die junge Naomi, erst 16 Jahre alt, die noch mit dem kürzlichen Tod des Vaters zu kämpfen hat und am liebsten die Zeit damit verbringt, die Nachbarn durch ein Fernglas zu beobachten. Das ist ihr Weg, eine Distanz zum wirklichen Leben zu wahren. Einziger Vertrauter Naomis ist ihr Schulkamerad Rafael - zu Beginn des Romans befindet er sich noch außerhalb des Plattenbaus, genau wie Naomis Mutter. 

Das Kontrastprogramm zu Naomi bildet der Kriminelle Jimmy K., der seine Tage mit dem Drogenhandel zubringt und dem mehr am Herzen liegt, seine Handelswaren in Sicherheit zu bringen, als sein Leben (geschweige das seiner Mitbewohner) zu schützen. Und es gibt noch Paul Cancic, ehemaliger Mitarbeiter einer Werbeagentur, der gnadenlos abgestürzt ist und seine alkoholschwangeren Tage damit verbringt, für die Postbotin zu schwärmen.

Und dann ist da noch der totkranke Sigmund Witter - ein Gehirntumor wird über kurz oder lang seinem Leben ein Ende setzen. Doch interessanterweise scheint die Krankheit einen Kanal im Gehirn zu öffnen, der es dem alten Mann möglich macht, eine Art Aura um die Menschen zu sehen. Und hier beginnt der übersinnliche Teil - denn diese Aura besteht zum Teil aus schwarzen Wolken, die einige Menschen förmlich zu verschlingen scheinen. Das Virus ist also mit den entsprechenden Fähigkeiten durchaus sichtbar, was ich für eine tolle Idee halte - denn damit wird die rein medizinische Seite des Virus aufgebrochen und in eine weitere Erzähldimension gehoben. 

Sehr beklemmend wird die Abriegelung des Plattenbaus beschrieben: das Gebäude wird förmlich mitsamt seinen Bewohnern eingemauert. Natürlich ist das Virus sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gebäudes längst präsent - wenn mit der Quarantäne dem Virus Einhalt geboten werden könnte, wäre der Sinn des Romans ja auch ad absurdum geführt.

Im Laufe des Romans wird klar, dass das Virus seinen Ausgangspunkt an einer Stelle hat, mit der ich persönlich nicht gerechnet habe. Hier gibt es erschreckende Parallelen zur Realität, die in meinen Augen gar nicht mal so weit hergeholt sind - doch dazu möchte ich lieber nicht zuviel verraten.

Dem zusammengewürfelten Haufen Menschen auf dem verzweifelten Weg in eine gefahrfreie Zone zu folgen, hat mich im Laufe des Thrillers enorm mitgenommen. In jeder Leseminute war ich nah an der Story und fühlte mich fast wie in einem amerikanischen Endzeit-Film - und bin doch ständig konfrontiert worden mit neuen und überraschend erschreckenden Szenen, in denen nicht wenig Blut gespritzt ist. Einige zu Herzen gehende Szenen konnte ich auch miterleben - und es wird niemanden erstaunen, wenn ich sage, dass nicht alle der oben vorgestellten Personen unbeschadet ans Ende des Romans gelangen werden.

Ich habe den Debutroman von Alexander Odin alles in allem als ein vorzügliches Exemplar des dystopischen Genres kennengelernt. Daher hat es mich auch gefreut zu hören, dass es mehr davon geben wird. Ich werde definitiv nach Teil 2 Ausschau halten!

Das Fazit: Gekonnt spielt Alexander Odin mit den Nerven seiner Leser, indem er sie die Verbreitung des Virus innerhalb Berlins und darüber hinaus beklemmend realistisch miterleben lässt. Die zum Teil horrorartigen Szenen machen das Buch dabei ganz deutlich zu einem Buch, das eher für Erwachsene geeignet ist. Das ist echte Endzeit ohne Kitsch – und in meinen Augen auf jeden Fall ein spannendes Leseerlebnis.

Die Bewertung: