Freitag, 26. Oktober 2012

Kindle-Leihbücherei am Start

Hallo zusammen,

nachdem heute der Verkaufsstart des Kindle Fire in Deutschland ist, ist zeitgleich die schon angekündigte Kindle-Leihbücherei gestartet. Damit kann man künftig als Amazon Prime Kunde 12 Bücher im Jahr kostenlos ausleihen - ohne Begrenzung durch eine Rückgabefrist. Ich habe mir direkt mal angesehen, ob das Herunterladen eines geliehenen Buches funktioniert, und welche Bücher - lt. Amazon sollen das Tausende sein - überhaupt zur Auswahl stehen.


Um die Leihbücherei nutzen zu können, ist Folgendes notwendig:
  • man muss im Besitz eines Kindle sein - Bedeutet, dass man nur mit der Kindle-Lese-App am Computer leider nicht auf die Kindle-Leihbücherei zugreifen kann.
  • man muss Amazon Prime Kunde sein - Das kostet zwar 29 Euro im Jahr, man kann aber ohne Mindestbestellwert ein Jahr lang versandkostenfrei bei Amazon ordern. Außerdem wird schon am nächsten Tag geliefert. 

Vom Kindle aus erreicht man die Leihbücherei direkt über die Titelseite des Kindle-Shops, den man direkt vom Gerät aus aufruft. Tatsächlich werden dann 207.002 Treffer gemeldet - das mit den "Tausenden Büchern" ist also schon einmal korrekt.

Und dann wird es etwas schwierig. Denn leider kann man tatsächlich nur stöbern, indem man die Bestsellerliste durchscrollt. Das Einzige, was man machen kann, um nach persönlicher Vorliebe zu suchen, ist, das Genre einzugrenzen, also z. B. die Unterkategorie "Fantasy und Science Fiction" aufzurufen. Der Versuch, über das Suchfeld einen Autor einzugeben, führt leider wieder zur Gesamtliste der Bücher und somit aus der Leihbücherei heraus, was ziemlich schade ist.

Ich hoffe daher einfach mal, dass ein paar weitere nützliche Funktionen, die momentan noch fehlen, nach und nach von Amazon bereit gestellt werden - heute ist ja schließlich der erste Tag. Das Ausleihen eines Buches funktioniert auf jeden Fall problemlos - einfach beim gewünschten Buch auf den Knopf "Gratis ausleihen" klicken, schon wird das Buch auf den Kindle gesendet. Der Knopf ist dann bei anderen Büchern mit dem Hinweis darauf, dass das monatliche Limit erreicht ist, ausgegraut.

Nun aber zu den erhältlichen Büchern. Zunächst einmal erkenne ich einige Bücher wieder, die im Laufe dieses Jahres eine Zeitlang kostenlos erhältlich waren, z. B. "Das Tor zwischen den Zeiten", ein Romantik-Thriller von Anne Alexander, "Eine reizende Diebin" von Tina Folsom oder "Winterwelt" von Nicole Stoye.

Außerdem sind ein paar Bücher dabei, die in Buchblogger-Kreisen schon einige Male besprochen wurden, z. B. die Bücher von B. C. Schiller, die ersten beiden Teile der Trilogie "Im Schatten des Mondlichts" von J. J. Bidell oder die Lilith-Saga von Roxann Hill. Zu Sabine Reiff's Buch "Dämonendämmerung" gibt es sogar gerade eine aktuelle Blogtour, die heute auf dem Blog "Die Seitenflüsterer" zu Gast ist. Besonders ans Herz legen kann ich euch "Rabenblut drängt" von Nikola Hotel, das ich in diesem Jahr gelesen und hier rezensiert habe *klick*.

Und zu guter Letzt gibt es einige Romane bekannterer Autoren, z. B. aus dem DTV-Verlag "Winterkartoffelknödel" von Rita Falk, "Die Flüsse von London" von Ben Aaronovitch oder "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt" von Dora Heldt. Gefunden habe ich auch "Der Weltensammler" von Elija Trojanov aus dem Hanser Verlag. Geworben wurde ja auch damit, dass die Harry-Potter-Romane von Joanne K. Rowling aus dem CarlsenVerlag verfügbar sind - auch das ist der Fall.



Fazit: Nicht immer hochaktuell und von der Bestsellerliste, aber eine durchaus interessante Auswahl guter Literatur, auch wenn die angebotenen Bücher zum Teil für kleines Geld theoretisch zu kaufen sind. Für mich lohnt sich die Kindle-Leihbücherei auf alle Fälle!

Ich habe übrigens die Vermutung, dass Amazon mit der Einführung der kostenlosen Leihmöglichkeit einen ersten Schritt in Richtung kostenpflichtiger Bücherleihe geht - so, wie es in Amerika schon länger möglich ist. Darauf warte ich insgeheim schon sehr, zumal das Kindle Format bisher die Nutzung der digitalen Bibliothek "Onleihe", die von vielen städtischen Büchereien schon angeboten wird, unmöglich macht.

Wie steht es mit euch - habt ihr schon geschaut, ob für euch interessante Bücher dabei sind? Würdet ihr nur für die Nutzung der kostenlosen Leihbücherei Prime-Kunde werden? Schreibt mir einfach einen Kommentare, was ihr generell davon haltet - mich würde interessieren, wie ihr das seht.

Liebe Lesegrüße
Eure LeseMaus

Montag, 22. Oktober 2012

Nächste Neuzugangsmeldung Oktober

So, neue Bücher sind eingetroffen :-)

Zuallererst zwei Bücher für zwei Leserunden bei LovelyBooks

Jan Hellstern: Kinder des Bösen

Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich ein "echtes Leseexemplar" bekomme, das auch so gekennzeichnet ist. Hatte ich vorher noch nie, irgendwie fühlt man sich da doch wie ein richtiger "Vorableser", auch wenn das Buch bereits im August dieses Jahres erschienen ist. Beim Lesen kann ich außerdem entspannt alle Rechtschreibfehler übersehen, denn die werden ja vor endgültiger Drucklegung noch entfernt. 

Félix J. Palma: Die Landkarte des Himmels
aus dem Kindler Verlag

Ich war ganz überrascht, dass es eine Fortsetzung zu dem ziemlich genialen Roman "Die Landkarte der Zeit" gibt. Als ich Teil 1 gelesen habe, hatte ich da wohl nicht ordentlich recherchiert. Nun, umso besser, dass jetzt dieser geniale Nachfolgeroman auf meinem Nachttisch liegt. Es geht dieses Mal darum, dass Außerirdische auf der Erde landen. Da bekomme ich als Trekkie ohnehin Sternchen in den Augen, kicher. Ich werde berichten! Allerdings wird das noch etwas dauern, denn ich bin erst im ersten Leseabschnitt, und das Buch hat fast 900 Seiten.

Und dann hatte ich auf einmal einen Amazon Geschenkgutschein von Imogen Rose in meinem Mail-Postfach: ich hatte eine E-Book-Ausgabe von "Die Portal-Chroniken", Band 1, gewonnen. 

Und zwar durch meinen Kommentar auf dem Blog "Heartbooks" von Michelle und Franziska - wie genial! Nachdem ich einiges bei LovelyBooks zu diesem Buch mitbekommen hatte, war ich doch gespannt darauf - zumal es sich um eine Zeitreisegeschichte handelt, für die ich ja immer zu haben bin. Ich werde es auf jeden Fall auf meine Leseliste für den kommenden Monat setzen. 

Zwei weitere Bücher sind noch bei mir eingegangen - die melde ich dann aber im Laufe der Woche, denn ich warte noch auf ein weiteres Tauschbuch, dann lohnt sich das Zeigen wieder.

Liebe Grüße

Eure LeseMaus


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Rezension "Der Bayerische Hiasl" von Manfred Böckl

Historie in spannendem Rahmen




Manfred Böckl
Der Bayerische Hiasl. Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr
Sutton Verlag
352 Seiten
Erscheinungstermin: 16.08.2012
ISBN 978-3-95400-036-4
12,00 €



Der Weg zu mir: Nachdem ich das Gefühl hatte, in diesem Jahr noch viel zu wenig historische Literatur gelesen zu haben, habe ich mich durch die Leseproben der Neuerscheinungen des Herbstes durchgearbeitet. Dabei bin ich bei diesem Roman hängengeblieben. Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an den Sutton Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Das Äußere: Das Cover des Romans zeigt ein historisch anmutendes Bild unter Verwendung einer Vorlage der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. Ich vermute, dass dies den Helden dieses Romans selbst zeigt, den Bayerischen Hiasl. Ich muss zugeben, dass mir das Bild erst im Nachgang der Lektüre - nachdem ich den Bayerischen Hiasl näher kennengelernt habe - auch tatsächlich gefällt. Im Laden hätte es mich allerdings nicht direkt dazu veranlasst, das Buch in die Hand zu nehmen.

Das Innere: Der "Bayerische Hiasl" ist der Name, den die Bayern ihrem Volkshelden gegeben haben - und dies ist auch der Titel des Romans. Es geht um den Jungen Matthäus Klostermayr, der als Sohn eines Gemeindehirten in armen Verhältnissen groß wird. Sein großes Steckenpferd wird die Jagd, und so setzt der Junge alles daran, zu einem sog. "Herrschaftsjäger" zu werden, um seine Leidenschaft auch als Beruf ausüben zu können. Doch durch unglückselige Umstände verkehrt sich die Situation für den jungen Mann ins Gegenteil, und so wird Matthäus auf einmal selbst zum Gejagten auf der Flucht vor der Obrigkeit. Doch dies ist erst der Beginn einer abenteuerlichen Reise...

Das Wesentliche: Der erste Teil des Romans schildert die Kindheit und Jugendzeit des kleinen Matthäus. Tagein, tagaus ist sein Vater auf den Feldern unterwegs, und sobald Matthäus groß genug ist, muss er seinem Vater zur Hand gehen. Da das Einkommen als Gemeindehirte jedoch kaum ausreicht, Matthäus und seine Geschwister durchzubringen, entdeckt Matthäus seine Liebe zur Jagd - denn ein Jäger durfte zur damaligen Zeit einen Teil der Jagdbeute für sich selbst verwenden. Matthäus erste Schritte in die Selbständigkeit sind faszinierend beschrieben: hier wird nicht ständig reflektiert und überlegt, Matthäus folgt einfach seiner Überzeugung. Ich mochte diese eher pragmatische Erzählweise des Romans, die nicht zu viel ausschmückt und gerade deswegen sehr authentisch wirkt.

Im zweiten Teil des Buches erlebt der Leser Hiasls erste und auch einzige Liebe mit. Hier ist aber auch der Ausgangspunkt für Hiasls endgültige Wandlung zum Wilderer und Freibeuter, denn er wird vom Vater seiner Geliebten ans Militär verraten. Danach ist für den jungen Mann nichts mehr so wie es mal war. Schon immer hat er die Autorität der Obrigkeit angezweifelt - und nun sieht er keinen Sinn mehr darin, denen zu gehorchen, die ihn selbst nicht respektvoll behandeln.

Auch in seinen ärgsten Zeiten vergisst Hiasl seine Eltern nicht - es zieht ihn immer wieder in die Heimat, wo Hiasl immer einen Teil seines nicht immer rechtmäßig erworbenen Einkommens abgibt. Diese Verbundenheit mit seinen Angehörigen vermittelt zusätzlich den Eindruck, dass es sich bei Hiasl um einen Mann handelt, der sein Herz trotz aller Umstände immer noch auf dem rechten Fleck trägt.

Mir hat gut gefallen, dass Manfred Böckl in seinem Roman zwar zeitgenössische Ausdrücke verwendet, dieser jedoch nicht in Bayerischer Mundart geschrieben ist. Daher lässt sich das Buch durchgängig flüssig lesen - und im Zweifelsfall kann man in den hinteren Teil des Buches blättern, wo ein kleines Glossar für die notwendige Erläuterung unbekannter Begriffe sorgt.

Manfred Böckl hat für seinen Roman sehr intensiv recherchiert, denn er zeigt die genauen Wege, die der bayerische Freibeuter auf der Flucht vor der Obrigkeit - gemeinsam mit der sich zwischenzeitlich um ihn sammelnden Bande - verfolgt. Fasziniert hat mich dabei besonders, dass der Protagonist tatsächlich so etwas wie ein Volksheld gewesen sein muss - die Bevölkerung setzt auf ihn als erfahrenen Jäger, der sie von die Felder plündernden "Schwarzkitteln", den Wildschweinen befreit. Ich hatte übrigens während der Lektüre das deutliche Gefühl, dass der Autor selbst eine recht starke Sympathie gegenüber seinem Protagonisten hegt, denn die Schilderungen des gefährlichen, rücksichtslosen Hiasl, der unzweifelhaft ebenso existiert hat, kommen im Buch deutlich weniger vor als Schilderungen seiner menschlichen, jedes Unrecht rächenden Handlungen.

Manfred Böckl ist in meinen Augen jedenfalls ein ungewöhnlicher Schriftsteller. Er haucht einer historischen Gestalt derart Leben ein, dass es eine wahre Lust ist, den Weg des Protagonisten durch sein bewegtes Leben zu verfolgen.

Das Fazit: Ein historischer Roman, der aufgrund seiner Authentizität lange in Erinnerung bleibt. Für alle, die sich in ein Stück der deutschen Geschichte versetzen lassen möchten, ohne mit unnötigen Fiktionen konfrontiert zu werden. Beeindruckend.

Die Bewertung:


Mittwoch, 10. Oktober 2012

1. Neuzugangsmeldung Oktober

Guten Morgen ihr Lieben,

hier meine ersten Neuzugänge im Oktober. Und: ich habe das erste Mal Bücher getauscht! Ein Tausch hat gut geklappt, der andere macht mir noch etwas Sorgen, denn mein Päckchen mit Eva Völlers "Zeitenzauber" und Frank Maria Reifenbergs "Unsichtbare Blicke" ist bei meiner Tauschpartnerin noch nicht angekommen. Puuh, ich hoffe wirklich, dass das Päckchen noch auftaucht, das wäre ja wirklich ärgerlich, wenn ich die beiden erhaltenen Bücher ungelesen wieder zurückschicken müsste... Drückt mir bitte die Daumen!

Ertauscht habe ich folgende Bücher:
"Suna" und "Vom Liebesleben der Mondvögel" sind die beiden Wackelkandidaten - sie habe ich ertauscht, weil ich damit meinem Leseziel bei der Debutautorenchallenge näher kommen kann.

"The Indian Secret" hatte ich als Buchvorstellung bei Blogg dein Buch gesehen. Die Idee, dass für jeden Menschen das Schicksal auf Palmblättern verzeichnet ist, finde ich ziemlich schräg. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir natürlich, dass das nicht sein kann. Was genau dahinter steckt, werde ich mir jetzt aber mal im Buch ansehen.

Dann sind noch die beiden folgenden Bücher neu:

Hypnose lese ich im Rahmen einer LeseRunde bei LovelyBooks - die Autorin ist bisher für ihre historischen Romane bekannt (die ich aber noch nicht kenne).  Dies ist zudem der Auftakt einer Reihe um die Hauptprotagonistin Inka, eine Journalistin. Ich freue mich, dass Sina Beerwald die Leserunde auch begleitet.

Tja, und dann habe ich mir selbst noch das Buch mit meinem persönlichen Coverhighlight des Jahres 2012 gekauft: "Die Mechanik des Herzens". Ich bin so begeistert von diesem Cover, das mich aus irgendeinem Grund an den Film "Nightmare before Christmas" erinnert. Auf jeden Fall wollte ich es unbedingt haben :-)

So, jetzt wünsche ich aber erst mal einen schönen Start in den Tag. Allen Buchmesse-Teilnehmern viel, viel Vergnügen heute - mit dem Herzen bin ich bei euch, seufz. ;-)

Liebe Grüße
Eure LeseMaus



Sonntag, 7. Oktober 2012

Rezension "Das Haus in der Löwengasse" von Petra Schier


Liebe und Intrige im 18. Jahrhundert



Petra Schier
Das Haus in der Löwengasse

Rowohlt Verlag

Taschenbuch
416 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-499-25901-2
8,99 EUR


 

Der Weg zu mir: Eine ganz tolle Leserunde bei LovelyBooks bescherte mir diesen Roman – ich freue mich sehr, den Auftakt einer (hoffentlich) neuen Reihe Petra Schiers miterleben zu können, die dieses Mal im 19.  Jahrhundert und nicht im Mittelalter spielt. Besten Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Testlesebuchs - und herzlichen Dank an Petra Schier - auch diese Leserunde war wieder richtig klasse.

Der erste Satz: „Kalt. Das war die erste Empfindung, die Pauline wahrnahm.“

Das Äußere: Ganz im Gegensatz zu den bisher bekannten historischen Romanen wirkt das Cover hier zwar geheimnisvoll, aber verhältnismäßig modern. Es zeigt eine Straßenlaterne, ein schmiedeeisernes Tor und eine Statue – im Hintergrund ist ein Haus zu sehen. Dieses Cover schafft in meinen Augen eine etwas unheimliche Atmosphäre, die im Buch aber gar nicht anzutreffen war.  

Das Innere: Pauline Schmitz verdient sich ihren Lebensunterhalt als Gouvernante – doch ihr Arbeitgeber möchte mehr von ihr, so dass sie gezwungen ist, woanders neu anzufangen. Fremd in Köln und ohne Referenzen, bleibt ihr zunächst nichts anderes übrig, als eine Stellung als Dienstmagd anzunehmen. Glücklicherweise wird der Textilfabrikant Julius Reuther auf sie und ihr Geschick im Umgang mit Kindern aufmerksam, und er holt sie als Gouvernante für seine Kinder zu sich. Julius fühlt sich mehr und mehr zu Pauline hingezogen – doch seine finanzielle Situation macht eine reiche Heirat erforderlich. Wird Pauline im Haus in der Löwengasse ihr Glück finden oder muss sie sich erneut auf den Weg in die Fremde machen?

Das Wesentliche: Nachdem Petra Schiers übrige historische Romane im Mittelalter angesiedelt sind, ist dieser Roman der erste, der im 19. Jahrhundert spielt. Auch hier merkt man dem Roman an, dass die Autorin viel Zeit darauf verwendet, Lebenssituationen exakt und detailgetreu zu beschreiben. 

Paulines erste Anstellung in Köln im Hause der Familie Stein ist kein Zuckerschlecken. Früh morgens ist sie auf den Beinen, ihre Herrschaft schert sich kein Stück darum, dass sie nach einem langen Tag auch mal eine Pause braucht, und dann hat sie noch nicht einmal eine eigene Kammer zum Zurückziehen. Eindrucksvoll schildert Petra Schier die langen, schweren Arbeitstage im Hause der Steins. Als Leser sehnt man sich schnell einen besseren Job für Pauline herbei, und an diesen gelangt Pauline denn auch per Zufall: Julius Reuther beobachtet sie dabei, wie sie seinen Sohn Peter im Hause der Steins zurechtweist. Da Reuther die Erziehung seiner beiden Kinder ohnehin über den Kopf gewachsen ist, ist er nur allzu gerne bereit, Pauline als Gouvernante in sein Haus zu holen. 

Von da an wird das Buch noch in einer weiteren Hinsicht spannend: Ich liebe die Art und Weise, wie Petra Schier die langsame Annäherung zwischen ihren Protagonisten beschreibt. Hier wird nicht mit der Tür ins Haus gefallen, sondern behutsam und zwischen den Zeilen angedeutet, wie sich ihre Charaktere langsam der Tatsache bewusst werden, dass da „mehr“ sein könnte. Definitiv ist das nicht kitschig, sondern einfach nur romantisch. Außerdem verursacht dieser Erzählstil bei mir dieses berühmte Ziehen in der Magengegend, was nur wenige andere Romane schaffen. Eigentlich kenne ich das eher von (Liebes-)Filmen – Petra Schier schafft es aber, nur mit Worten ein solches romantisches Feeling zu verursachen. Da bin ich jedes Mal wieder richtig baff.

Interessant gemacht war übrigens auch die Situation, in die Pauline durch den Wechsel von der Magd zur Gouvernante gelangte. War sie kurz vorher noch arme Magd gewesen, ist sie nun auf einmal fast auf Augenhöhe mit ihrer ehemaligen Herrschaft – so kommt es auch zu einigen Begegnungen mit der ehemaligen Arbeitgeberin, Frau Stein, die es selbst gar nicht glauben kann, was sie da sieht. Ich habe mich richtig für Pauline mit gefreut!

Als einer meiner Lieblingscharaktere hat sich im Laufe des Romans Julius Mutter, Annette Reuther, entpuppt. Erscheint sie zu Beginn recht oberflächlich und mit Standesdünkel behaftet, so dreht sich dieser Eindruck im Laufe des Buches. Zum Vorschein kommt eine resolute ältere Dame, die das Herz auf dem richtigen Fleck hat und ihren Sohn mehr liebt, als es zu Beginn scheint. 

Eine weitere Person mit einer überraschenden Entwicklung ist Frieda, die Tochter des Unternehmers Oppenheim. Dieser möchte nur allzu gern sein Unternehmen mit dem Julius‘ verschmelzen und sieht seine Tochter schon als Heiratskandidatin für Julius. Dennoch – oder gerade deswegen – wird sie parallel zu einer guten Freundin für Pauline, was für die eine oder andere überraschende Situation sorgt. 

Das Fazit: Wieder ein faszinierender historischer Roman von Petra Schier, den ich in jeder Hinsicht empfehlen kann. Gut recherchierte Fakten aus der Vergangenheit gepaart mit einer fesselnden Story, bei der vor allem die Liebe nicht zu kurz kommt – toll! 

Die Bewertung: 

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Der Mausemonat 2012-09

So, jetzt nutze ich den Rest dieses Feiertags doch mal dafür, meine Statistik für den September zu erstellen. Die Anzahl der gelesenen Bücher ist etwas kleiner als sonst - habe dafür aber diesen Monat bereits zwei Bücher beendet. Aber erst einmal zum September:

Statistik September 2012

5 gelesene Bücher:


1.800 Seiten gesamt
= durchschnittlich 360 Seiten pro Buch
 = durchschnittlich 60 Seiten pro Tag

Gehört habe ich in diesem Montag zwar etwas - das Hörbuch habe ich aber noch nicht beendet. Meistens höre ich die Hörbücher ja beim Putzen - wahrscheinlich habe ich einfach nicht genug geputzt diesen Monat, lach :-)

Mein Monatshighlight war:

Dieses Buch war einfach zauberhaft! Und als ich gelesen habe, dass es auf jeden Fall verfilmt werden wird, war ich erst recht begeistert - der Film kann nur ein Traum werden, denn das Buch ist es auf jeden Fall schon einmal. Hierzu werde ich auch noch eine Rezension schreiben.

Was den Monat Oktober angeht, werde ich die SUB-Bearbeitungs-Aktion erst einmal zurückstellen. Denn ich habe zwei Bücher getauscht, die bald ankommen werden und für die Debutautoren-Challenge bei LovelyBooks gelesen werden sollen. Außerdem werde ich an drei Leserunden teilnehmen, auf die ich mich schon freue. Mehr dazu, wenn die Bücher dazu angekommen sind.

Jetzt werde ich mich mal auf die Suche machen nach einem Tool, mit dem ich die Lesevorhaben des jeweiligen Monats in der Sidebar zeigen kann. Ich glaube, Goodreads hat so etwas. 

Bis bald, ihr Lieben

Eure LeseMaus





Montag, 1. Oktober 2012

Mord am Hellweg: Die besten Termine im Oktober

Heute möchte ich euch die aus meiner Sicht spannendsten Veranstaltungen im Rahmen des Krimifestivals "Mord am Hellweg" vorstellen, die im Monat Oktober stattfinden. Was der "Mord am Hellweg" genau ist, habe ich ja hier schon beschrieben: *klick*

Wenn euch eine der Veranstaltungen interessiert, könnt ihr mit einem Klick direkt zur Veranstaltungsseite gelangen, wo alles Weitere zur Location und zu den Tickets erläutert wird.


Dienstag, 9. Oktober, 19:30 Uhr
Crime Solo: Donna Leon mit Annett Renneberg | klick
Heinz-Hilpert-Theater, Lünen

Dienstag, 9. Oktober, 19:30 Uhr
Crime Night: Neuseeländische Nacht mit Paul Cleave und Paddy Richardson; den deutschen Part liest Wulf Dorn! | klick
Haus Opherdicke, Holzwickede

Mittwoch, 10. Oktober, 20:00 Uhr
Crime Solo: Doris Gercke | klick
Pohls Mühle, Hamm

Freitag, 12. Oktober, 19:00 Uhr
Crime Solo: Mark Elsberg | klick
Zentrum für internationale Lichtkunst, Unna

Donnerstag, 18. Oktober, 20:00 Uhr
Crime Solo: Andrea Maria Schenkel | klick
Café Hof Mawick, Werl

Dienstag, 23. Oktober, 18:30 Uhr
Crime Solo - Hinter Gittern: Joy Fielding | klick
Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen

Dienstag, 23. Oktober, 19:30 Uhr
Crime Solo: Jutta Profijt | klick
Lippe Buchhandlung, Lünen

Mittwoch, 24. Oktober, 19:30 Uhr
Crime Solo: Hellweg meets world - Joy Fielding und Dennenesch Zoudé | klick
Lohnhalle, Zeche Westfalen, Ahlen

Sonntag, 28. Oktober 2012, 19:30 Uhr
Crime Solo: Jilliane Hoffman und Iris Böhm | klick
Tanzcenter Kochtokrax, Unna

Montag, 29. Oktober 2012, 19:30 Uhr
Crime Night: Skandinavische Nacht mit Thomas Engler, Arne Dahl und Heikko Deutschmann | klick
Studiobühne, Gesamtschule Kamen

Und - habt ihr Lust, die eine oder andere Veranstaltung zu besuchen? Oder habt ihr vielleicht sogar schon Eintrittskarten besorgt?

Liebe Grüße
Eure LeseMaus