Sonntag, 29. Juli 2012

2. Bloggewinnspiel: 100 Posts - 150 Leser

Hallo ihr Lieben,

unter der Woche hatte ich es ja schon angekündigt, dass ich inzwischen meinen 100. Post erstellt habe. Hinzu kommt, dass ich gestern den 150. Leser auf meinem Blog begrüßen konnte. Ich möchte euch für euer Interesse danken und für den Spaß, den ich beim Bloggen habe, denn als ich im Dezember letzten Jahres gestartet habe, hätte ich nie gedacht, wie toll bloggen ist, besonders wenn es um Bücher geht!

Hier also mein 2. Gewinnspiel:


Ich habe dafür wieder zwei Bücher ausgesucht, die ich selbst schon kenne. Außerdem sollten die Bücher in diesem Jahr erschienen sein. Natürlich sind die Bücher selbst neu und ungelesen (eines ist gekauft und eines habe ich doppelt bekommen). Und hier sind sie:



1. Sebastian Fitzek: Der Augensammler
Klappentext: Er spielt das älteste Lied der Welt: Verstecken. Er spielt es mit deinen Kindern. Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden. Doch deine Suche wird ewig dauern.

2. Rebekka Pax: Flammenmond
Klappentext: In einem Kino in Los Angeles lebt einer der letzten friedlichen Vampirclans der Stadt. Als Clanmitglied Brandon auf einer Reise nach Arizona entführt wird, bricht sein Freund, Vampirjäger Julius Lawhead, auf, um ihn zu retten. Doch der Entführer, der grausame Vampirmeister Nathaniel Cole, will Brandon nur verschonen, wenn Julius ihm ein anders Clanmitglied zum Tausch anbietet. Verzweifelt willigt Julius in den Plan ein und setzt damit alles aufs Spiel - sogar seine große Liebe...
Dieses Buch ist übrigens Teil 2 der Saga, man kann es aber auch lesen, ohne Teil 1 zu kennen. Ich habe das Buch doppelt, denn ich hatte es noch einmal in meinem Edelfeder-Gewinnpaket von Vorablesen.de Leider hat der Buchrücken am oberen und unteren Rand ein paar Rillen. Bei meinem eigenen Buch ist es übrigens genau so - wahrscheinlich ein Fehler aus der 1. Auflage des Romans.

Damit aber nicht genug: weil es ja zwei Dinge auf einmal zu feiern gibt, dachte ich, ich packe als Hauptpreis noch einen Amazon-Gutschein in Höhe von 15,00 Euro drauf. :-)

So, und nun zu den Regeln, die auch dieses Mal einfach bleiben sollen:

  • Seid oder werdet Leser meines Blogs bzw. werdet Mitglied meines Blogs mit Google Friend Connect oder mit Bloglovin bzw. abonniert meinen Blog per E-Mail
  • Hinterlasst mir einen Kommentar hier unter dem Gewinnspiel. Sagt mir darin bitte, wie ihr meinen Blog verfolgt und für welches der beiden Bücher ihr in die Lostrommel hüpfen möchtet (bitte gebt nur eines der beiden Bücher an). Den Hauptpreis werde ich nach den beiden Ziehungen unter den übrigen Teilnehmern verlosen. Bitte schreibt auch in euren Kommentar, auf welchem Weg ihr meinen Blog verfolgt. Gebt bitte eine gültige E-Mail-Adresse mit eurem Kommentar an, damit ich euch auf diesem Weg über den etwaigen Gewinn informieren kann. 
  • Zur Teilnahme solltet ihr 18 Jahre alt sein und in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnen.
  • Wenn ihr wollt, dürft ihr gerne Werbung machen und meinen Blog empfehlen Dafür dürft ihr auch gerne das obige Bild verwenden. Ich würde mich sehr darüber freuen, aber das ist natürlich kein Muss.
Es zählen alle Kommentare, die hier bis zum Samstag, den 18. August eingehen. Ausgelost wird dann am darauf folgenden Sonntag. Ich wünsche euch viel Glück!

Ich freue mich auf eure Teilnahme!

Liebe Grüße
Eure LeseMaus

Freitag, 27. Juli 2012

Rezension "Ab jetzt ist Ruhe" von Marion Brasch


Ein Beispiel aus dem Leben

 

Marion Brasch
Ab jetzt ist Ruhe
S. Fischer Verlag
398 Seiten
Hardcover
Erschienen 2012
ISBN 978-3-10-004420-4
19,99 €




Der Weg zu mir: Die Damen in unserer nicht allzu großen Stadtbücherei haben vielleicht nicht das größte Budget zur Verfügung. Dennoch finde ich ziemlich häufig dort Bücher, mit denen ich nicht gerechnet hätte. So konnte ich eines Tages ganz erfreut „Ab jetzt ist Ruhe“ mit nach Hause nehmen, nachdem ich dieses wegen der Debutautoren-Challenge bei LovelyBooks auf meinen Wunschzettel geschrieben hatte.

Der erste Satz:Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal von zu Hause fortlief.“

Das Innere: Marion Brasch erzählt die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend und ihre Erlebnisse als junge Erwachsene. Aufgewachsen in der ehemaligen DDR, sind ihre Erlebnisse dabei oftmals von äußeren Zwängen geprägt. Mit drei Brüdern, einer jung verstorbenen Mutter und einem Vater, der sich der Politik der DDR mit Leib und Seele verschrieben hat, hat sie so viel erlebt, dass sie ein ganzes Buch damit füllen kann. Am Untertitel „Roman meiner fabelhaften Familie“ erkennt man schon, wie viel ihr diese Familie bedeutet.

Das Äußere: Das Buch ist als Hardcover-Ausgabe erschienen – es hat sogar ein hochwertiges Lesebändchen. Auf dem Cover ist eine Frau mit langem Haar zu sehen, die ganz gelassen am geöffneten Fenster steht und hinaussieht. Hier wird die Ruhe aus dem Titel des Romans richtig greifbar.

Das Wesentliche: Marion Braschs Familie besteht aus einigen namhaften Persönlichkeiten: so war nicht nur ihr Vater stellvertretender Kulturminister der ehemaligen DDR, ihre drei Brüder sind Schriftsteller, Schauspieler oder Filmemacher geworden. Da stand Marion als „kleine Schwester“ im wahrsten Sinne des Wortes oftmals vor einem Berg unüberwindlicher Ansprüche. Ihre Erlebnisse als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene hat sie in diesem autobiographischen Roman zusammengefasst.

Zu Beginn des Romans ist die Ich-Erzählerin noch klein, allzu oft versteckt sie sich unter dem Wohnzimmertisch, wenn die älteren Brüder mit den Eltern – und vor allem mit dem Vater, der sehr an seinen Prinzipien festhält, streiten. Während die Brüder sich einer nach dem anderen gegen den Vater auflehnen, versucht sie als einzige Tochter – typisch Frau – eher eine Vermittlerrolle in der Familie einzunehmen. Dies umso mehr, als die Mutter recht früh verstirbt.

Gefühle offen auszusprechen – daran scheitert es ja häufig in Familien. Das merkt man hier auch sehr deutlich. Gerade der Vater schafft es nicht, auf seine Söhne zuzugehen – genau wie die Söhne viele Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen, sich mit dem Vater auszusöhnen. Letztlich steht der Vater häufig allein auf weiter Flur, denn die Geschwister unter sich halten sehr deutlich zueinander.

Aus Sicht der Progagonistin lernt der Leser nicht nur den Alltag in der DDR kennen, er nimmt auch Anteil an den Gedanken und Gefühlen einer jungen Frau, die ihren eigenen Weg sucht und zuletzt auch findet. Die Zeit der Kindheit wird zunächst in Form von einzelnen Momentaufnahmen aus dem Leben geschildert – ganz so, wie man selbst auch seine eigene Kindheit in Erinnerung hat. Es gibt dabei noch keinen deutlichen roten Faden, denn jedes Erlebnis steht zunächst für sich. Dabei ist sehr bemerkenswert, wie detailreich Marion Brasch diese Erlebnisse noch in Erinnerung hat – ich wollte, ich könnte mich so genau an einzelne Begegnungen in meiner Kindheit erinnern, wie sie es tut.

Romanhafter und dadurch auch für mich persönlich interessanter wurde die Handlung aber erst später. Die Momentaufnahmen werden durch richtige Handlungsstränge abgelöst. Es entstehen und zerbrechen Freundschaften, Urlaubsreisen werden gemacht, eine Ausbildung wird begonnen. Der rote Faden dabei ist und bleibt die Familie. Nach dem Auszug der Brüder bleibt Marion als letzte bei ihrem Vater daheim, bis auch sie sich eine eigene Wohnung nimmt und endlich eigener Wege geht. Auf ihrem Weg erlebt der Leser mit der Protagonistin schöne, aufregende, traurige und auch Mut machende Erlebnisse. Das Auf und Ab des Lebens wird dabei in manchmal fast erschreckend ruhigen Worten erzählt.

Leider geht das Buch sehr schnell zu Ende, nachdem die Grenzen der DDR im Jahr 1989 zum Westen hin geöffnet wurden. Gerade hier hätte ich gerne mehr darüber erfahren, wie die Umwälzungen ins Leben der Protagonisten eingegriffen haben.

Das Fazit: Dies ist eher ein Roman der leisen Töne. Für Freunde ruhiger Literatur mit (auto)biographischen Inhalten sicher eine Empfehlung. Schön ist zu lesen, wie die junge Frau nach und nach ihren eigenen Weg geht. Der Schreibstil macht die Lektüre zusätzlich zu einer angenehmen Leseerfahrung. Mich persönlich konnte das Buch jedoch eben aufgrund des autobiographischen Charakters leider nicht durchgängig auf hohem Niveau fesseln.

Die Bewertung: 

Mittwoch, 25. Juli 2012

Ein ganzer Haufen Kindle-Umsonst-Tipps

Guten Abend, ihr Lieben,

gerade tut sich viel in Sachen kostenloser Kindle-Bücher - sowohl auf Autoren- als auch auf Verlagsseite. Hier sind die Tipps:



Kai Meyer verschenkt aktuell seine Kurzgeschichte "Drachenreigen". Der kostenlose Download ist hier noch bis zum 29. Juli möglich: klick.

Nicole Rensmann hat auf ihrem Blog angekündigt, dass es ab heute für fünf Tage lang ihren Roman "Firnis" umsonst geben wird: klick.











Und zu guter Letzt der Hinweis auf die Sommer-Aktion im Sieben-Verlag. Diesen und an den nächsten fünf Freitagen wird es jeweils ein Buch aus dem Verlagsprogramm kostenlos zum Kindle-Download geben. Den Anfang macht "Cedars Hollow" von Charlotte Schäfer.







Bestimmt ist doch da etwas für euch dabei, oder?

Eure
LeseMaus


Dienstag, 24. Juli 2012

Neuzugänge im Hause Maus



Hallo ihr Lieben,

auch bei mir sind endlich wieder neue Bücher eingetroffen. Kurt hat sich zum Sonnen gestern ein paar dieser neuen Romane mitgenommen:

 Es ist neu dabei:
  • Jessica und Diana Itterheim: Schloss der Engel

    Dieses wunderschöne Buch aus dem Aufbau-Verlag ist aufgrund einer Leserunde bei LovelyBooks bei mir eingezogen, die dieser Tage startet. Ich bin sehr gespannt auf diesen Erstling von Mutter und Tochter. Ich habe gestern schon hineingelesen, es liest sich richtig gut. Und schaut euch mal diesen vielversprechenden Trailer an:
 

  • Gerd Rübenstrunk: Rebellen der Ewigkeit

    Ein Buchgewinn, dieser ist von einem Gewinnspiel anlässlich der diesjährigen Fedcon. Wer nicht weiß, was das ist: das ist Europas größte Star-Trek-Convention, die einmal jährlich im Mai in Düsseldorf stattfindet. Übrigens sehr empfehlenswert! Es ist einfach toll, die ganzen Seriendarsteller live auf der Bühne sehen zu können, sich Autogramme zu holen und auch sonst dort tausend Dinge zu erleben.

Das ist sowas von genial, den nächsten Roman von Jodi Picoult bereits vor Erscheinungstermin am 17. August vorab lesen zu können! Dies ist übrigens meine zweite Lesernde "außerhalb" der LovelyBooks-Welt, denn dieses Manuskript stammt aus Bastei Lübbe's Lesejury. Auch hier habe ich schon angefangen zu lesen und ich kann jetzt schon sagen, dass auch dieses Buch wieder so "Picoult-mäßig" ist, wie sich das gehört :-)

Wie sieht es bei euch aus, kennt ihr eines der Bücher schon oder habt ihr vor, es zu lesen?

Bis bald!

Eure LeseMaus





Sonntag, 22. Juli 2012

Rezension "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry"

Wahrheit auf dem Weg



Rachel Joyce
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Krüger Verlag
378 Seiten
Hardcover
Erschienen 2012
ISBN 978-3-8105-1079-2
18,99 €



Der Weg zu mir: Bei mir ist das Buch vorbeigewandert, weil ich mich bei der Buchkolumnistin dafür beworben habe. Nun wird es seinen Weg zur nächsten Station auf den Blog von Cathi antreten - natürlich nicht ohne die gewünschten zahlreichen handschriftlichen Anmerkungen meinerseits :-)


Der erste Satz: Der Brief, der alles verändern sollte, kam an einem Dienstag.


Das Innere: Harold erhält einen Brief von einer alten Arbeitskollegin, Queeny. Leider enthält dieser Brief eine schlechte Nachricht, denn Queeny liegt im Sterben. Als sich Harold auf den Weg macht, um seinen Antwortbrief an Queeny in den Briefkasten zu werfen, läuft er einfach immer weiter, zuerst einfach nur jeweils zum nächsten Briefkasten, und dann einfach auf direktem Weg zu Queeny. Nur, dass Queeny am anderen Ende von England lebt, und der Weg zu ihr 1.000 Kilometer lang ist...


Das Äußere: Das Hardcover-Buch ist unheimlich schön gestaltet. Vorne auf dem Umschlag sind Harolds Schuhe abgebildet, die Rückseite zeigt den Briefkasten und eine Postkarte von Harold, adressiert an Queenie in Berwick-upon-Tweed. Hinten im Buch ist eine Englandkarte abgebildet, auf der man Harolds Weg nachvollziehen kann.


Das Wesentliche: Was für ein ungewöhnlicher Roman. Er beginnt eigentlich ganz harmlos, indem der Leser einen Einblick in Harolds Ehe mit Maureen erhält: Beide haben sich in ihrem Leben arrangiert - aber mehr gibt diese Ehe scheinbar nicht mehr her. Sie haben sich in jungen Jahren kennengelernt, haben ihren Sohn David gemeinsam großgezogen - was nicht immer einfach war -, Harold ist seinem Beruf nachgegangen, und nun sind beide im Rentenalter. Maureen verbringt ihre meiste Zeit damit, Harold hinterherzuputzen. 

In diese Situation platzt Queenies Brief. Dieser erhält keine gute Nachricht, denn Queenie ist todkrank. Harold erinnert sich an ihre Zusammenarbeit, und er erinnert sich daran, dass Queenie ihm einmal aus einer schwierigen Situation geholfen hat. Dass er es ihr nie gedankt hat, macht ihm sehr zu schaffen. Dies ist wohl der Auslöser dafür, dass sich Harold einfach unverhofft auf den Weg zu Queenie macht - zu Fuß! Er geht einfach los, ohne über die Konsequenzen nachzudenken.

Auf dem Weg wälzt Harold das eine oder andere Problem, und mehr als einmal suhlt er sich in seinem Selbstmitleid. Er sinniert über seine Kindheit nach, seine erste Begegnung mit Maureen, seine Zeit als junger Vater, als er nie genug Zeit für seinen Sohn hatte. Hier kommt unglaublich viel Bedauern hoch, fast ist es dem Leser zu viel.

Glücklicherweise trifft Harold auf seinem Weg zahlreichen interessanten, aber auch seltsamen Gestalten. Viele helfen ihm auf seinem Weg weiter, entweder, indem sie ihm ganz konkret Hilfe anbieten oder Geschenke machen, die ihn auf seinem Weg unterstützen (Kompass!), aber auch, indem sie ihm in seinem Gedankengang ein Stück weiterhelfen. Natürlich wird auch irgendwann die Presse auf Harolds Pilgerweg aufmerksam. Die Leute, die sich ihm dann anschließen und seine Sache zu ihrer eigenen machen, gehen nicht nur Harold, sondern auch dem Leser ziemlich auf den Geist. Aber genau so könnte es in Wirklichkeit passieren, das ist ja das Erschreckende.

Als Leser verfolgt man Harolds Weg Richtung Berwick-upon-Tweed in allen Höhen und Tiefen. Hier steht natürlich auch im Hintergrund, dass man erfahren möchte, wofür genau Harold Queenie nie gedankt hat. Und natürlich möchte man wissen, ob es Harold wirklich gelingt, sie "nur" mit einer Wanderung wieder gesund zu machen. Und man möchte auch erfahren, wie es Maureen gelingt, mit diesen geänderten Lebensumständen umzugehen. So kritisch ich Maureen am Anfang des Buches als Protagonistin gesehen habe, so gemocht habe ich sie am Ende. Denn auch sie hat für mein Empfinden im Laufe der Zeit ihren Weg gefunden - schön!

Für das Buch hat der Verlag eine eigene Facebook-Seite gestaltet, auf der die Eindrücke aller Wanderbuch-Leser zusammenkommen sollen. Hier geht es zur Fanpage: klick

Das Fazit: Ein schönes Buch über den Sinn des Lebens. Verpackt in einer wunderbaren Geschichte gibt die Autorin dem Leser viele philosophische Ansichten über das Leben mit. Ganz kleine Längen machen sich bemerkbar in den Phasen von Harolds Selbstmitleid. Glücklicherweise erlebt er auf seinem Weg so viel, dass diese fast gar nicht auffallen.

Die Bewertung:



Samstag, 21. Juli 2012

Neuer Blog-Award - passend zum 100. Post :-)

Mich hat wieder eine kleine Auszeichnung erreicht. Und ich freue mich ganz besonders, dass ich diese als 100. Blog-Post verkünden kann. Das ist schon was Besonderes, und das soll natürlich später auch noch gefeiert werden. Ihr könnt euch also schon einmal auf ein Gewinnspiel einstellen ;-)

Erhalten habe ich diesen Award von Ingrid mit ihrem Blog Buch-und-Spiel. Lieben, lieben Dank an dich!
Er soll Blogs auszeichnen, die weniger als 200 Leser haben, und weitergereicht werden an fünf Blogs, die man gerne hat. Also, da fällt mir auf jeden Fall etwas ein.

Ich gebe deswegen den Award weiter an:

Ich hoffe, ich habe etwaige schon erhaltene Awards nicht übersehen, und ihr freut euch darüber! 

Liebe Grüße

Eure LeseMaus

Mittwoch, 18. Juli 2012

Rezension "Als die schwarzen Feen kamen" von Anika Beer


Die andere Welt ist nebenan


Anika Beer
Als die schwarzen Feen kamen
cbj
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Broschur, 446 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-570-40147-7
12,99 €

Der Weg zu mir: Das erste Wanderbuch, für das ich mich bei LovelyBooks beworben habe, da dieses Buch auch zur Debutautorenchallenge 2012 zählt. An einer Wanderbuchaktion habe ich mich vorher noch gar nicht beteiligt - und es gefällt mir sehr gut! Zumal ich dadurch eine weitere tolle Autorin kennenlernen konnte.

Der erste Satz: „Dick und undurchsichtig türmten sich die Nebelschwaden am rotvioletten Himmel.“

Das Äußere: Das broschierte Exemplar hat eine sehr gute Qualität. Nachdem vor mir schon ein paar Lesestationen waren, halten die Seiten immer noch perfekt, und der Buchrücken ist noch kaum „rundgelesen“. Die auf dem Cover sichtbaren schwarzen Feen sehen für mich eher aus wie Schmetterlinge – was dem recht unheimlichen Charakter des Titelbildes aber nicht schadet. Schemenhaft ist der Umriss einer Gestalt zu sehen – die schwarzen geflügelten Wesen scheinen auf sie zu warten.

Das Innere: Wir alle sind von Schattenwesen umgeben - nur sehen können wir sie nicht. Bei Gabriel ist es anders - er erkennt als einziger diese Schattenwesen. Als er in Maries Schatten neben schwarzen Feen noch etwas anderes Ungewöhnliches entdeckt, versucht er, sie zu warnen. Gemeinsam versuchen sie, etwas gegen die drohende Gefahr zu unternehmen, die mehr und mehr auf Familienmitglieder und Freunde übergreift. Aber welche Rolle spielt dabei die Obsidianstadt, in der Lea mit Hilfe eines namenlosen Ritters an ihrer Seite gegen die Schatten angehen muss, die auch ihre Umwelt nach und nach zu verschlingen scheinen?

Das Wesentliche: Marie soll laut Klappentext erst 15 Jahre alt sein. Mir erschien sie älter und reifer, besonders im Vergleich zu ihren beiden Freundinnen Theresa und Jenny, die vor allem Jungs, Musik und Kosmetik im Kopf haben und über kaum etwas anderes reden können. Gerade Maries beste Freundin Theresa enttäuscht sie immer wieder – eigentlich trifft sie sich nur dann mir ihr, wenn sie dadurch einen Vorteil erzielen kann. Marie durchschaut dieses Spiel sehr genau – ist jedoch besonders zu Beginn noch nicht in der Lage, sich ihr gegenüber zu behaupten. Das verändert sich allerdings im Laufe des Romans. Man merkt förmlich, wie Marie durch die Geschehnisse immer reifer wird – und gerade dann Verantwortung übernehmen kann, wenn es darauf ankommt. 

Marie ist eine Halbwaise: Ihr Vater ist ums Leben gekommen, als Marie noch recht klein war. Dieser Schicksalsschlag hat ihr so sehr zugesetzt, dass sie schon seit langen Jahren in Behandlung bei einem Psychotherapeuten ist. Wenn Marie beschreibt, dass die Praxis ihres Therapeuten für sie voller Licht und wie eine zweite Heimat ist, dann glaubt man ihr das unbesehen und kann es richtig nachempfinden. Der Leser erlebt mit, wie Marie mit der Hilfe des Psychologen wieder zur Ruhe kommt und aufatmen kann – das ist schön gemacht.

In ihrem Debutroman „Als die schwarzen Feen kamen“ schafft Anika Beer aber genauso mühelos den Übergang von der Realität ins Übersinnliche. Dieser Übergang geschieht für den Leser nicht abrupt und schnell, sondern ganz sanft, indem mehr und mehr übersinnliche Elemente in die Geschichte eingewoben werden. Vor allem dieser geruhsame Übergang „auf die andere Seite“ hat für mich den besonderen Charakter des Buches ausgemacht. Besonders die Grundidee, dass sich aus jedem dunklen Gedanken eine schwarze Fee manifestiert, gefiel mir gut.

Einige Kapitel spielen in der "Obsidianstadt", deren Hintergründe sich erst im Laufe des Buches erschließen. Hier gibt es ebenfalls ein junges Mädchen (Lea), das sich gegen dunkle Wesen zur Wehr zu setzen versucht. Und auch sie hat genau wie Marie einen Vertrauten an ihrer Seite, auf den sie sich blind verlassen kann. Anika Beers literarische Ausflüge in diese Obsidianstadt haben die Entwicklung des Handlungsablaufs für mich noch spannender und vielfältiger gemacht.  

Gabriel ist mein persönlicher Held der Geschichte. Er ist derjenige, der Maries schwarze Feen entdeckt und sich trotz der Möglichkeit, dass diese Tatsache total falsch bei Marie ankommen könnte, ihr gegenüber offenbart. Er tut dies behutsam und sehr zurückhaltend, denn auch er lebt mit einer Bestie in seinem Schatten. Marie und Gabriel werden im Laufe des Buches nicht nur zu Schicksalsgefährten, sondern zu richtig guten Freunden, zwischen denen es mehr als einmal auch richtig knistert - jedoch nie soviel, dass es der restlichen Story schaden würde. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist für meinen Geschmack genau richtig dosiert.

Der Kampf gegen die Schattenwesen läuft übrigens manches Mal richtig heftig ab - man braucht also keineswegs davon ausgehen, dass die Geschichte irgendwie plüschig aufgemacht wäre, denn das ist ganz bestimmt nicht der Fall. Sie ist im Gegenteil richtig schön düster und unheimlich!

Hier geht es zur Leseprobe auf der Seite des Verlags: klick

Das Fazit: Ein ganz tolles Debut der Autorin Anika Beer – ich werde mir ihren Namen sicher für die Zukunft merken. Vom Spannungsbogen her und auch sprachlich ist das Buch richtig toll gemacht. Dazu zwei Hauptcharaktere, die man von Beginn an mag. Mehr braucht ein solcher Roman nicht, um lange im Gedächtnis zu verweilen. Klare Leseempfehlung mit fünf Leselöwen!

Die Bewertung: 

Freitag, 13. Juli 2012

Neuzugänge und Kindle-umsonst-Tipp

Kurt und ich haben auch mal wieder ein paar Neuzugänge gesammelt, die wir euch gerne vorstellen möchten:

Das ist dieses Mal dabei:
  • Als die schwarzen Feen kamen von Annika Beer
    Mein erstes Wanderbuch, für das ich mich bei LovelyBooks eingetragen habe. Bisher bin ich total begeistert, und ich werde es sicher spätestens morgen schon ausgelesen haben. Die Story ist so fesselnd - ich denke, das liegt auch daran, dass das Buch "ganz normal" anfängt und erst nach und nach die Tür ins Übersinnliche aufgestoßen wird. Das ist richtig toll gemacht - Annika Beer ist als eine der diesjährigen Debutautorinnen auf jeden Fall für mich ganz vorne!
  • Ich arbeite in einem Irrenhaus: Vom ganz normalen Büroalltag von Martin Wehrle und Dirk Meissner
    Das ist mal ein Geschenk nach meinem Geschmack. Ich arbeite ja im Büro, und ich bin ziemlich sicher, dass ich hier viele Parallelen zum wirklichen Leben finden werde...
  • Aleph (Hörbuch) von Paulo Coelho
    Paulo Coelho lese ich sehr gerne - als Hörbuch habe ich aber noch keines seiner Bücher gehabt. Daher bin ich ganz gespannt, wie es mir gefallen wird. Der Sprecher ist Sven Görtz - er ist mir, soweit ich mich erinnere, auch noch nicht als Sprecher eines Hörbuchs begegnet.
  • Die Eismalerin von Kristin Marja Baldursdottir
    Dies ist eines der Bücher aus der Fischer Taschenbibliothek-Reihe. Ich mag diese Bücher im Kleinformat irgendwie, die sind so handlich und irgendwie anders in der Handhabung als übliche gebundene oder Taschenbücher. Es sind sehr viele schöne Bücher in der Taschenbibliothek-Reihe neu aufgelegt worden - vielleicht hole ich mir noch das eine oder andere.
Das war es auch schon wieder mit den Neuzugängen. Heute ist ja Freitag, der 13. Mich beunruhigt das jetzt nicht allzu sehr, aber anscheinend Amazon. Denn Amazon möchte uns diesen Tag wieder mit ein paar kostenlosen Kindle-Büchern versüßen. Es sind auch drei Romane dabei, vielleicht schaut ihr mal nach, ob euch etwas davon gefällt: klick.

Ansonsten: passt heute besonders auf die schwarzen Katzen und die Leitern an Hauswänden auf usw., lach!

Eure LeseMaus 

Montag, 9. Juli 2012

Rezension "Hinter deiner Tür" von Sylvia M. Dölger

Geht nah und macht trotzdem Mut



Sylvia M. Dölger
E-Book
Verlag: Sylvia M. Dölger
ASIN: B0076PHDAC
199 Seiten
3,99 Euro




Der Weg zu mir: Ich hatte mir den Roman bereits vor einigen Wochen bei Amazon heruntergeladen, als dieser für kurze Zeit kostenfrei zur Verfügung stand. Ich habe es nicht bereut - zumal ich ja Sylvia M. Dölger und ihre Schreibweise bereits durch den Jugendroman "Zum Teufel mit Barbie" kannte (Rezension hier: klick).

Der erste Satz: "Stufe für Stufe stieg ich die Gangway zum Flieger hoch."

Das Äußere: Da es sich (zunächst) um ein E-Book handelt, kann ich zu Haptik o. ä. nichts berichten. Das Cover zeigt eine junge Frau, die sich wie schutzsuchend in eine Decke wickelt. Im Hintergrund sieht man verschwommen eine Tür - hier muss es sich um die Tür handeln, die der Frau so zu schaffen macht. Man hofft unwillkürlich, im Buch mehr darüber zu erfahren.

Das Innere: Lena, die 32-jährige Protagonistin, unternimmt mit ihrem Freund Jan, einem Fotografen, eine Flugreise nach Paris. Doch kurz nach der Rückkehr in die Heimat wird sie von Jan verlassen. Das ist nicht der einzige private Problem, das Lena zu bewältigen hat - denn parallel muss sie sich zum einen um ihren Vater kümmern, der von der Mutter wie aus heiterem Himmel verlassen wird, zum anderen lädt ihre Freundin ständig ihre beiden Kinder bei ihr ab. Auch der Job in der Fabrik, den sie nach einem abgebrochenen Studium angenommen hat, macht sie nicht zufrieden. So hadert die junge Frau mit sich und ihrem Leben, als sie auf Thilo, einen alleinerziehenden Vater, trifft. Wird Lena ihre Schwierigkeiten in den Griff bekommen, um einen Neuanfang zu wagen?

Das Wesentliche: Lena ist eine ganz normale junge Frau. Naja, etwas dünn ist sie vielleicht. Deswegen begleitet sie das Schimpfwort "Bohnenstange" auch schon ihr ganzes Leben. Sie hat sich dieses Wort selbst so zu eigen gemacht, dass sie sich selbst schon in Gedanken so tituliert. Zum Beispiel gleich zu Beginn des Buches, als Lena mit ihrem Freund, einem Fotografen, die erste Flugreise ihres Lebens nach Paris unternimmt, und sie die Chance erhält, für ein Fotomodell einzuspringen und Modeaufnahmen zu machen. Sie glaubt einfach nicht an sich und ihren Körper. Das geht so weit, dass sie sich Gedanken um eine Brustvergrößerung macht, obwohl sie dafür eigentlich nicht genug Geld hat.

Erst nach und nach wurde mir klar, dass Lena ein sehr schwerwiegendes Problem hat - ich habe die Anzeichen als Bulimie gedeutet. Langsam enthüllen sich dem Leser die Hintergründe von Lenas Schwierigkeiten. Immer scheint Lena zur Stelle zu sein, wenn man sie braucht, nie kann sie "Nein" sagen. Das fängt an mit ihrer Freundin, die Lena ständig als Babysitterin missbraucht - der hätte ich gerne mal den Kopf gewaschen. Auch Lenas Vater braucht ständig Zuspruch, vor allem, als er von Lenas Mutter verlassen wird und immer mehr zur Flasche greift.

Das größte Problem scheint jedoch in Lenas Vergangenheit zu liegen - ihrem kleinen Bruder ist in ihrer Gegenwart etwas Schlimmes zustoßen. Dies ist eine der Türen, die Lena allein nicht zu öffnen vermag. So schöpft man als Leser natürlich Hoffnung, als Lena im Yogakurs auf Thilo, einen jungen Vater, trifft. Man wünscht sich sehr, dass Lena in ihm einen Mann findet, der sie so annimmt, wie sie ist. Doch die Wünsche des Lesers stehen hier natürlich hintenan - in allererster Linie geht es um Lena. Schön, wie Sylvia M. Dölger Lenas Weg zu sich selbst beschreibt. Es sind kleine Schritte, die sich am Ende zum großen Ganzen fügen.

Sylvia M. Dölger wartet im Laufe des Romans mit ein paar Überraschungen auf, die genau richtig dosiert sind, um eine kontinuierliche Spannung zu erzeugen. Das Spiel mit den Gedanken der Leser ist der Autorin richtig gut gelungen. Man möchte Lena unterstützen, ihr die Augen öffnen, sie vor falschen Freunden bewahren und am liebsten noch den gleichen Yogakurs wie sie besuchen.

Das Fazit: Mir hat auch dieses Buch von Sylvia M. Dölger sehr gut gefallen. Lena, die junge Hauptprotagonistin, versucht auf rührende Art und Weise ein ganz normales Leben zu leben. Sie dabei zu beobachten, geht nahe und ist jederzeit spannend. Ein tolles Buch insbesondere für Frauen, die die Themen Selbstbestimmung und Selbstfindung derzeit verstärkt im Fokus haben - oder aber sich mit Tiefgang unterhalten lassen wollen.

Die Bewertung: 


Mittwoch, 4. Juli 2012

Der Mausemonat 2012-06

Bevor ich es vergesse, möchte ich euch schnell meine Statistik für Juni 2012 zeigen:

Statistik Juni 2012

7 gelesene Bücher, davon 1 E-Book mit Kurzgeschichten:

1858 Seiten gesamt 
= durchschnittlich 265 Seiten pro Buch
= durchschnittlich 62 Seiten pro Tag

Ein paar Rezensionen für die Debut-Romane stehen noch aus - die folgen selbstverständlich noch alle. Und das gelesene E-Book enthält ein paar Kurzgeschichten, die wirklich lesenswert waren. Hierfür lohnt sich jedoch keine "ganze" Rezension, daher habe ich mir überlegt, solche Bücher in aller Kürze in Form eines "Knabberberichtes" vorzustellen. Den Namen habe ich ausgesucht, weil man gerade in die Kurzgeschichten meistens nur kurz seinen Kopf hineinstecken kann, dann sind sie schon ausgelesen. Man kann also nur dran knabbern, aber nicht satt werden - ich finde, der Name passt! Nicht zuletzt auch zu mir als LeseMaus, lach!

Nur 1 gehörtes Buch:

283 Minuten gesamt
= durchschnittlich 283 Minuten pro Hörbuch
= durchschnittlich 9 Minuten pro Tag


Bereits einen Tag später, am 1. Juli, habe ich aber schon Das Tal Teil 1.3 fertig gehört, deswegen wird die Hör-Statistik nächsten Monat schon besser aussehen. Ich muss wirklich sagen, dass man mit der Reihe von Krystyna Kuhn nicht mehr aufhören kann, wenn man erst einmal begonnen hat. Mehr und mehr enthüllen sich die Geheimnisse, die im ersten Teil nur angerissen wurden. Ich sehe mich die noch nicht gehörten anderen Teile schon kaufen , denn in meiner Bücherei konnte ich nur bis Teil 1.4 ausleihen ;-)

Die Challenges habe ich ja alle schon aktualisiert, so dass ich hierzu dieses Mal nichts mehr schreiben muss. Nur eines: mir fehlt für die Autoren-Lesechallenge immer noch ein Buch von einem Autor, dessen Nachname mit "U" beginnt. Hier brauche ich unbedingt Tipps von euch, denn ich habe kein einziges passendes Buch auf meinem SUB. Helft mir bitte!!!

Eure
LeseMaus

Montag, 2. Juli 2012

Rezension "Mygnia - Die Entdeckung" von Karl Olsberg


Phantastische Welten mit Leserinteraktion



Karl Olsberg
Mygnia – Die Entdeckung
Verlag: ePubli GmbH
172 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-8442-2123-7
9,95  

 



Der Weg zu mir: Glücklicherweise konnte ich endlich einmal an einer Leserunde mit Karl Olsberg teilnehmen. Diese fand bei LovelyBooks statt, und ich hatte tatsächlich auch ein Buch mit Widmung gewonnen – wie genial! Aber auch ohne den Buchgewinn hätte ich hier teilgenommen, denn Karl Olsberg ist einer meiner liebsten Autoren, bekannt durch seine Wissenschaftsthriller. Dieses Projekt hier ist Fantasy – was mich zusätzlich gereizt hat. 

Der erste Satz: „Ein kühler Nordostwind blähte die Segel der Fairwind und sorgte für vereinzelte Schaumkronen auf dem endlosen Ozean.“

Das Äußere: Das Buch ist als „Eigenproduktion“ bei ePubli erschienen, es hat ein DIN A5 Format, das ich meistens wegen der Unhandlichkeit etwas schwierig finde, was mich hier jedoch überhaupt nicht gestört hat – es kommt halt am Ende doch nur auf den Inhalt an. Das Titelbild zeigt zwei Welten, die über einen Blitz wie miteinander verbunden wirken – hier denkt man sofort an parallele Universen, um die es ja auch geht. 

Das Innere: Alex Mars ist Journalist bei der kränkelnden Zeitschrift „Abenteuer Universum“. Um das auf der Kippe stehende Blatt zu retten, soll er auf Geheiß seines Redakteurs durchaus auch einmal reißerische Artikel verfassen. So reist Alex zum CERN nach Genf, wo gerade eine Demonstration gegen die Versuche mit dem Teilchendetektor im Gange ist. Während Alex vor Ort recherchiert, fällt der Teilchendetektor aus – und es scheint eine Art Riss im Universum zu geben, durch die ein Weg in eine andere Welt – Mygnia –  geöffnet wird. Ein unbekanntes Wesen gelangt so auf die Erde – und ein kleiner Junge verschwindet. Und Alex steht auf einmal vor einer viel größeren Herausforderung als ursprünglich gedacht…

Das Wesentliche: Eigentlich sollte man, wenn man den Klappentext gelesen hat, wissen, was bei „Mygnia – Die Entdeckung“ auf einen zu kommt. Aber: weit gefehlt. Denn Mygnia ist mehr als ein „einfacher“ Fantasy-Roman über den Kontakt zu einer Parallelwelt. Mygnia ist ein ganzes Universum, das zwar auf der Idee von Karl Olsberg fußt, jedoch als Gemeinschaftsprojekt im Rahmen einer Internet-Community weiterentwickelt wird. So fließen Geschichten, Charaktere, Bilder und Ideen aller Art in die Weiterentwicklung der ursprünglichen Story ein. Dazu hatte ich hier ja schon einiges geschrieben.

Dieser Roman ist zunächst der Erstling – der Einstieg in die fantastische Welt. Es geht um Alex, den rechtschaffenen Journalisten, der gar nicht damit klar kommt, auf einmal von der bekannt seriösen Berichterstattung des Wissenschaftsmagazins abweichen zu müssen, um die Verkaufszahlen der Zeitschrift „Abenteuer Universum“ anzukurbeln. Mit gemischten Gefühlen reist er nach Genf zum CERN – der europäischen Organisation für Kernforschung. Die hier durchgeführten Versuche mit dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt rufen einige Demonstranten auf den Plan – und wie es scheint, zu Recht. Denn während einer der Versuchsreihen wird auf einmal – noch unerkannt – ein Portal in eine andere Welt geöffnet. 

Mit der Hilfe einer der Demonstrantinnen, Maja Rützi, versucht Alex die Hintergründe der immensen Kritik an den Versuchsreihen für sein Magazin aufzubereiten. Beide Charaktere – die sich im Laufe des Buches etwas näher kommen - sind sehr sympathisch gestaltet. Als Majas Sohn auf einmal verschwindet, muss sich Alex beweisen – und er lässt sich nicht davon abbringen, den Jungen wiederzufinden. Sein Einsatz für Maja und ihren Sohn ist sehr glaubhaft geschildert, was dem Leser seinen Charakter noch ein Stück besser verstehen lässt.

Schön wie immer in Karl Olsbergs Büchern: man kann sich so gut vorstellen, dass das, was er beschreibt, Realität ist, denn es sind in seinen Büchern immer Bestandteile aus dem realen Leben zu finden. Hier z. B. der CERN und die Versuche mit dem Teilchenbeschleuniger, die ja tatsächlich stark in der Kritik standen und noch stehen. Ein „Original-Artikel“ aus Alex‘ Feder, der im Buch abgedruckt ist, erscheint ebenfalls wie echt. Ich mag dieses Art und Weise sehr, wie Fiktion und Realität miteinander verwoben werden.

Es gibt neben der Erzählebene rund um Alex und Maja eine weitere – nämlich die der Welt „Mygnia“. Hier gibt es seltsame Wesen – eines davon ist Gord. Gord ist in seinem Stamm ein junger Mann, der einen Einführungsritus hinter sich bringen muss, um als Krieger aufgenommen zu werden. Dabei gelangt er über das Portal in unsere Welt, die er natürlich gar nicht einordnen kann. Gerade die Passagen rund um Gord und seinen Stamm machen Lust darauf, mehr von Mygnia zu entdecken. Mir ging es so, dass ich die Passagen, die in unserer Welt spielten, zwar zunächst lieber mochte – ich aber im Laufe der Zeit immer mehr in die Parallelwelt eingetaucht bin. Und jetzt will ich möglichst alles darüber wissen!

Mehr über Mygnia gibt es laufend auf www.mygnia.de. So ist nicht nur der komplette erste Teil dort kostenfrei zu lesen – auch erste Kapitel von Teil zwei sind schon veröffentlicht. Wer das Lesen am Rechner nicht so mag, kann alternativ 1,49 EUR in das E-Book investieren. 

Das Fazit: Tolle Ideen, tolle Story, und ein noch besserer Cliffhanger – das muss man einfach gelesen haben! Auch das Projekt hinter dem Buch verdient volle Punktzahl  - ich freue mich schon auf mehr!

Die Bewertung: 

Sonntag, 1. Juli 2012

Ein kleiner Stapel Mängelexemplare hat ein neues Zuhause

Heute wollte ich euch eigentlich die Statistik für Juni fertig machen, das habe ich aber nicht mehr geschafft. Stattdessen zeige ich euch einen kleinen Stapel Bücher, der durch Zufall bei mir gelandet ist. Naja, zumindest hatte ich nicht vor, Bücher einzukaufen - das zu meiner Rechtfertigung ;-)

Aber als ich am vergangenen Freitag von meiner Kollegin per Whatsapp ein Bild von einer prall gefüllten Thalia Tüte bekommen habe, zusammen mit dem Hinweis auf eine Taschenbuchaktion, habe ich mich kurzerhand auf den Weg gemacht, um mir davon mal selbst ein Bild zu machen.

Wie ihr seht, habe ich dann natürlich doch eingekauft, und Kurt macht es sich zwischen den Büchern gemütlich:
  • Cecilia Ahern:  Zwischen Himmel und Liebe
    Cecilia Ahern lese ich ja immer wieder gerne - meistens leihe ich mir ihre Bücher aus der Bücherei. Dieses hier kenne ich noch nicht, daher musste es einfach mal mit.
  • Sara Gruen: Wasser für die Elefanten
    Von Sara Gruen habe ich letztes Jahr "Das Affenhaus" gelesen, was ich ziemlich gut fand. Und es gibt ja auch schon eine Verfilmung von "Wasser für die Elefanten" mit Robert Pattinson, die recht gut war. Ob es so gut ist, das Buch nach dem Film zu lesen statt andersherum, werde ich im Nachhinein berichten können.
  • Peter Schwindt: Schwarzfall
    Die Story hat mich vom Inhalt her (ein Stromausfall) ein bisschen an "Blackout" von Marc Elsberg erinnert - nur dass dieses Buch hier bereits 2010 erschienen ist. Klingt spannend!
  • Thommy Bayer: Aprilwetter
    Dieser Autor ist meistens ein Glücksgriff, was seine Romane angeht, deswegen musste diese Buch hier einfach auch mal mit.
  • Stephen Clarke: Eine kurze Geschichte der Zukunft
    Hier klingt der Klappentext einfach toll: ein Star-Trek-Fan findet einen Teleporter, der scheinbar tatsächlich funktioniert. Mal ehrlich, kann man so ein Buch liegen lassen? Doch wohl nicht, vor allem nicht, weil ich ja auch ein ziemlicher Trekkie bin...
  • Ellen Dee Davidson: Diktatur der Stille
    Eine Dystopie - habe bisher noch gar nichts von der Autorin gehört und lasse mich gerne überraschen, ob mir das Buch gefällt.
  • Noah Gordon: Der Medicus von Saragossa
    Klar, von Noah Gordon habe ich schon vor Jahren etwas gelesen bzw. gehört ("Der Medicus" und "Der Katalane"). Warum also nicht auch dieses Buch lesen?
  • Petra Schier: Das silberne Zeichen
    Diese Buch ist Teil 3 der Aachen-Trilogie. Teil 1, "Die Stadt der Heiligen", habe ich schon gelesen - jetzt fehlt mir nur noch Teil 2. Petra Schier hat sich gerade durch die beiden Bücher der Kreuz-Reihe, die ich dieses Jahr gelesen habe, zu einer meiner liebsten Autorinnen entwickelt.
Damit erklimmt mein SUB schier ungekannte Höhen - was mir etwas Sorgen bereitet. Ich werde wohl auch bald einmal eine buchkauffreie Zeit einlegen müssen...

Die spanische Mannschaft hat, während ich dies hier schreibe, die EM haushoch gewonnen - meine Gratulation an dieser Stelle!

Schlaft gut und bis morgen,

Eure LeseMaus